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Langer Hunikelweg

Lage: Zwischen Josefsstraße und Rückseite der Kurfürstenstraße

(aus: Mainzer Neustadt-Anzeiger, Ausgabe Januar 2014)

 

Erstmals erwähnt: neben dem Hunigelweg 1657, Langer Hunikelweg 1850.

Benannt nach der Gewannbezeichnung Hunikel (erstmals schriftlich erwähnt: 1294 huntygile). Der Weg liegt unter dem heutigen Straßenniveau, er wurde bei der Anlage der Stadterweiterung nicht aufgeschüttet.

Für diesen alten, rätselhaften Namen (mundartlich: 'Hunnickel') gibt es zahlreiche Deutungsversuche, wobei folgende abzulehnen sind: Hundigel bezeichnet mundartlich einen grösseren, essbaren Igel mit spitzer Schnauze und hellerer Farbe.Mehrfach wurde vermutet, dass es sich umeinen Besitzernamen handelt entstanden aus Johann Nikolaus > Hans Nikel.Das hohe Alter des Flurnamens legt jedoch auf jeden Fall einen anderen Schluß nahe. Möglich ist die Ableitung von althochdeutsch hundo, hunno, mhd. hunde, hunne „Vorsteher einer Hundertschaft, Vorsteher des Zehntgerichts, später abgesunken zur Bedeutung Gerichtsbüttel“. Die Bezeichnung hatte vor allem in frühmittelalterlicher merowingischer Zeit Geltung, sie leitet sich von althochdeutsch hunt „hundert“ ab. Der Mainzer Name zeigt kein Genitiv-s, das erst vereinzelt ab dem 15. Jh. auftritt, zu einer Zeit, in der der Name bereits falsch gedeutet und auf das Tier Hund bezogen wurde. Christmann belegt für einige Flur- und Straßennamen, die mit Hund- gebildet wurden, einen Bezug auf ehemalige Gerichtsstätten (Hunno = Richter). Interessant könnte in diesem Zusammenhang die Nachbarschaft zur Gewann Am Blauen Stein sein, auch dieser Name kann ein Hinweis auf eine Gerichtsstätte sein. Ungeklärt blieb bislang die Bedeutung der Nachsilbe -igil, -igel. Vielleicht gibt es einen Zusammenhang mit lateinisch -iculus, einem Verkleinerungssuffix (= kleiner Hundo)

 

Diese Seite entstand mit freundlicher Unterstützung von Rita Heuser (Materialsammlung zu den Namen der Stadt Mainz) und unter Verwendung des Buches "Das Mainz-Lexikon" - 3600 Stichworte zu Stadt, Geschichte, Kultur, Persönlichkeiten" von Wilhelm Huber. Mit freundlicher Genehmigung der Verlages Hermann Schmidt, Mainz. Dort ist das Buch im Jahr 2002 erschienen - ISBN 3-87439-600-2