893 vom 03.09.2021 - Gaadefelder InfoBrief

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Ausgabe 893 vom 03.09.2021
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Vielfalt stärkt - Demokratie bewegt!"
46. Interkulturelle Woche Mainz 2021 mit 20 Veranstaltungen zum Thema Demokratie in Verbindung mit Vielfalt

(lvb) In diesem Jahr findet die 46. Interkulturelle Woche der Landeshauptstadt Mainz unter dem Motto „Vielfalt stärkt - Demokratie bewegt!" von Freitag, 10. September bis Sonntag, 19. September 2021 statt. Der Beirat für Migration und Integration hat sich in diesem Jahr für das Leitthema Demokratie in Verbindung mit Vielfalt entschieden. Die Federführung der Interkulturellen Woche liegt beim Büro für Migration und Integration. Nachdem im letzten Jahr alle Veranstaltungen zum Thema Rassismus stattfanden, werden sich in diesem Jahr zwanzig Programmpunkte mit Demokratie und Vielfalt auseinandersetzen.  

,,Gerade in diesen Zeiten sehen wir, dass die Demokratie mehr belastet wird als sonst oder sogar auf den Prüfstand gestellt ist“, stellt Oberbürgermeister Michael Ebling fest. Ihm liegt das Motto der Interkulturellen Woche sehr am Herzen: „Umso schöner ist es, dass zum Eröffnungsabend im KUZ die Künstler:innen das Motto in ihre Beiträge einbinden und musikalisch, textlich und humoristisch ein Zeichen für Demokratie und Vielfalt setzen." Zum Eröffnungsabend am 10. September 2021 werden unter anderem der Mainzer Sänger Sinu und die beliebte Improvisationstheatergruppe DIE AFFIRMATIVE erwartet. Am Eröffnungsabend startet außerdem die Fotoaktion „Mainz zeigt Gesicht für Vielfalt und Demokratie", bei der jede:r in der Foto-Box mitmachen kann. Die Foto-Box ist auch am Samstag, den 11. September 2021 auf dem Wochenmarkt vor dem Staatstheater zu finden.

Die weiteren Programmtage in der Interkulturellen Woche gestalten sich abwechslungsreich und vielfältig. Der Beirat für Migration und Integration veranstaltet eine Podiumsdiskussion mit den Bundestagskandidat:innen. Unter der Moderation von Jacqueline Dreyhaupt (Hessischer Rundfunk) werden sie im Hechtsheimer Bürgerhaus zu den Themen Vielfalt und Integration befragt. Die Beiratsvorsitzende Peimaneh Nemazi-Lofink zeigt sich erfreut: „Es ist wichtig, dass wir als Beirat mit dieser Veranstaltung im Wahlkampf mit den Themen Vielfalt und Integration Akzente setzen. Chancengleichheit und Bildung sind wichtige Säulen der Integration; da möchten wir als Migrationsbeirat fragen, was diesbezüglich in den verschiedenen Wahlprogrammen steht.“

Integrationsbeauftragter Carlos Wittmer weist noch auf zwei Veranstaltungen im Frankfurter Hof hin. FREMD IN DER EIGENEN PARTEI? heißt eine weitere Podiumsdiskussion, in der die Gäste über die Akzeptanz und Repräsentanz von Mitgliedern mit Migrationsgeschichte in den deutschen Parteien sprechen werden. Eingeladen ist unter anderem der Autor und Journalist Michel Abdollahi.

Die andere Veranstaltung ist ein Comedyabend mit dem mehrfach ausgezeichneten Comedian Dave Davis. Der zweifache Prix-Pantheon-Gewinner, Comedy-Preisträger und Träger des ‚Stuttgarter Besens in Gold‘ spricht und singt in RUHIG, BRAUNER! - DEMOKRATIE IST NICHTS FÜR LAPPEN ein „Plädoyer für Lebensfreude und Zufriedenheit in sowohl geschmeidigen als auch widrigen Zeiten“.

Eingerahmt wird die Interkulturelle Woche von weiteren Aktionen. Die öffentliche Bücherei - Anna Seghers richtet einen zum Motto passenden Büchertisch ein. Abgerundet wird die Woche von einem Actionbound, einer digitalen Rallye durch die Landeshauptstadt. Für die virtuelle Schnitzeljagd, die an Orten und Einrichtungen der Demokratie und Vielfalt vorbeiführt, wird nur ein Smartphone benötigt. Die Teilnahme funktioniert jederzeit. Der QR-Code dafür sowie das Programm der Interkulturellen Woche sind auf der Homepage der Stadt Mainz zu finden. (hier der Link)

Alle Programmpunkte sind kostenlos; es gelten die aktuelle Corona-Verordnung und aufgrund der jeweils vorgegebenen Zahl von Teilnehmer:innen eine verbindliche Anmeldung.


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Christuskirche Aktuell - September 2021 - Bitte hier klicken
Online-Dating in Zeiten von Corona
Frauennotruf macht auf vermehrte Fälle von „Date Rape“ aufmerksam
Sexualisierte Gewalt kann auf unterschiedliche Weise auftreten. „Das sogenannte „Date Rape“ ist uns nicht unbekannt und kommt in letzter Zeit häufiger vor“, weiß Emma Leonhardt, Mitarbeiterin des Frauennotrufs Mainz. Unter „Date Rape“ wird eine nicht einvernehmliche sexuelle Handlung (Vergewaltigung, sexuelle Nötigung) bei einer an sich einvernehmlichen Verabredung verstanden.  

Während der Corona-Pandemie hat Online-Dating, gerade bei jüngeren Menschen, einen neuen Stellenwert eingenommen. Die Zahl an Dating-Portalen steigt. Da die Kontaktmöglichkeiten durch den sog. „Lockdown“ eingeschränkt waren, verlagerte sich das Dating verstärkt in den digitalen Raum.
Aber wo kann ein erstes persönliches Treffen stattfinden, wenn die Gastronomie geschlossen ist, in Parks Verweilverbot besteht und es ständig regnet? „Da bleibt eigentlich nur noch die eigene Wohnung“ sagt Leonhardt.

Was viele Personen nicht wissen ist, dass die meisten sexuellen Übergriffe in der eigenen Wohnung stattfinden, daher fühlen sich viele Frauen und Mädchen (mit-)schuldig an der Tat und schämen sich.  

„Die betroffene Person hat keine Schuld an einem sexualisierten Übergriff. Die Verantwortung trägt allein die übergriffige Person. Dies ist auch bei einem „Date Rape“ der Fall“, so Emma Leonhardt. „Auch, wenn für die Verabredung ein Einverständnis gegeben wurde, ist dies kein Einverständnis für sexuelle Handlungen“.
Die Beraterin im Frauennotruf weiß wie wichtig es ist, über das Geschehene zu sprechen oder zu schreiben: „Niemand muss damit alleine bleiben, jeder Übergriff kann besprochen werden, insbesondere in einer spezialisierten Fachstelle wie dem Frauennotruf. Wir unterstützen die Betroffenen nach ihren Bedürfnissen“, so Emma Leonhardt.

Der Frauennotruf Mainz berät seit über 40 Jahren von sexualisierter Gewalt betroffene Frauen und Mädchen ab 14 Jahren. Des Weiteren berät die Fachstelle neben Bezugspersonen und Fachkräften auch betroffene Trans*, Inter* und queere Personen.  

Die Beratung ist kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym. Die Mitarbeiter*innen sind telefonisch (06131 221213), per E-mail (info@frauennotruf-mainz.de) oder über die Online Beratung (www.onlineberatung-frauennotruf-mainz.de) erreichbar.


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Termine der Woche

Alle Veranstaltungshinweise finden Sie ausführlich auf unserer Veranstaltungsseite und unter Veranstaltungen mit Anmeldung

Beachten Sie bitte auch die Seiten mit den wöchentlichen Terminen und den Ausstellungen.

Führungen:
Naturschutzgebiet Mainzer Sand - Bedrohte Steppenvegetation am Rande der Großstadt
Die nördliche Mainzer Altstadt - Zwischen Großer Bleiche und Markt
Legende und Wahrheit - Irrtümer und Schummeleien zur Mainzer Geschichte


Die Presseumschau - Nachrichten aus der Neustadt
Hinweis: - Dieser Artikel ist nur gegen Zahlung oder als AZ-Abonnent zu lesen.

(Bild: Arlette Schreier)
Weniger Autos, mehr Grün: So sollte Mainz in Zukunft aussehen
Laut Forschern werden wir in Zukunft häufiger Extremwetter erleben. Wie müssen sich Städte verändern, um darauf vorbereitet zu sein? Damit beschäftigt sich der Mainzer Benjamin Kraff. Im Interview erzählt er, wie Mainz zukünftig aussehen muss - Merkurist

(Archivfoto: Sascha Kopp)
   
„Rhine Cleanup“ am 11. September auch in Mainz
Am Mainzer Rheinufer wird am 11. September wieder Müll gesammelt. Warum das wichtig ist und wie man mitmachen kann - AZ Mainz


Blaulicht - Pressemeldungen von Polizei und Feuerwehr
Rechtsabbiegerin kollidiert mit Fahrradfahrer
Am Donnerstagabend (26.08.2021) gegen 21:30 Uhr kam es an der Einmündung Rheinallee/Kaiserstraße zu einem Verkehrsunfall zwischen der Führerin eines Pkw und einem Fahrradfahrer. Der 37-jährige Fahrradfahrer befuhr den Radweg der Rheinallee in Richtung Theodor-Heuss-Brücke und fuhr bei grün zeigender Fußgänger- und Radfahrampel über die Fahrbahn der Kaiserstraße. Die zeitgleich, bei ebenfalls grün zeigender Ampel, von der Rheinallee nach rechts in die Kaiserstraße abbiegende 23-jährige Pkw-Fahrerin kollidierte mit dem Mann. Der Radfahrer wurde bei dem Verkehrsunfall an Kopf und Oberkörper zu verletzt. Zur weiteren Versorgung wurde er mit dem Rettungsdienst in die Uniklinik Mainz verbracht.  

Einbrecher nach kurzer Flucht gefasst
Am frühen Mittwochmorgen (01.09.2021), gegen 04:30 Uhr, meldet eine 42-jährige Mainzerin über Notruf, dass sie durch Geräusche am Fenster ihrer Erdgeschosswohnung wach wurde. Ein oder mehrere unbekannte Täter sollen versucht haben, das gekippte Fenster zu öffnen, um in die Wohnung zu gelangen. Vermutlich aufgeschreckt durch die Wohnungsinhaberin, blieb es beim Versuch und der oder die Täter flüchteten unerkannt.

Den Polizeistreifen der Mainzer Neustadtwache wird auf der Anfahrt dorthin ein weiterer Fall, in unmittelbarer Nähe zum ersten Tatort gemeldet. Durch Zeugen konnte der Einbruch in einem Kiosk beobachtet werden. Die eingesetzten Polizeistreifen treffen vor Ort einen 20- jährigen Mann im Verkaufsraum an, der sich zunächst als Kiosk-Mitarbeiter ausgibt. Im anschließenden Gespräch gelingt es ihm zu flüchten, wobei er mehrere Zäune übersteigt. Auf seiner Flucht verliert der Täter diverse Gegenstände, die er zuvor aus dem Verkaufsraum entwendet hatte, bis er letztendlich im Bereich der Hindenburgstraße durch eine Polizeistreife gestellt und vorläufig festgenommen werden kann.


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Tipps und Informationen

Der Wald tut gut – gehen Sie waldbaden!
Die Idee kommt aus Japan: Shinrin Yoku – im Deutschen wird das meistens mit „Waldbaden“ übersetzt. Genauer wäre es, vom Eintauchen in die Atmosphäre des Waldes zu sprechen. Denn bei Shinrin Yoku geht es darum, die Eindrücke des Waldes bewusst aufzunehmen. Das Ziel dabei: Entschleunigung. Stress soll reduziert werden.

Der Wald wirkt
Was ist denn das für eine Idee, werden Sie sich jetzt vielleicht fragen. Doch schon Hildegard von Bingen wusste, wie wohltuend der Wald ist. Und in mittlerweile mehr als fünfzig internationalen Studien wird darauf hingewiesen: Aufenthalte im Wald fördern die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen. Japanischen Forschungen zufolge nimmt dort zum Beispiel die Konzentration des Stresshormons Kortisol ab.

Körper und Psyche profitieren
Einen therapeutischen Nutzen soll ShinrinYoku insbesondere nach operativen Eingriffen haben. Verkürzte Genesungszeiten, weniger Komplikationen nach Operationen und geringere Gabe von Schmerzmitteln werden in diesem Zusammenhang angeführt. Auch in der Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 werden positive Effekte des Waldbadens ausgemacht. Und – wen wundert’s bei so viel Ruhe – der Blutdruck sinkt. Regelmäßige Auszeiten im Wald können das Immunsystem dauerhaft stärken und damit der Vorbeugung bestimmter Krankheiten dienen. Doch es geht uns nicht nur körperlich besser: Auch die Seele profitiert von dem Naturerlebnis, was sich zum Beispiel bei Depressionen zeigt. Die Vertreterinnen und Vertreter des Waldbadens sind überzeugt, dass regelmäßiges Anwenden der Methode die Resilienz, die psychische Widerstandskraft des Menschen, fördert.

Ein Ort der Gesundheit
Der Anblick des Waldes genügt: Allein die visuelle Wahrnehmung kann das Stresshormonlevel senken, so die Befürworter der Methode. Dazu kommt die Aufnahme von Duftstoffen, auch sie haben eine gesundheitsfördernde Wirkung. Die Waldluft enthält Stoffe, die unsere Immunabwehr steigern können, zum Beispiel Terpene. Das sind Stoffe, die Pflanzen mit dem Ziel absondern, Schädlinge, Pilze und Bakterien abzuwehren. Es gibt mehrere tausend Terpene – manche riechen Menschen sehr deutlich, andere nehmen sie nur unbewusst wahr. All diese Düfte können sich auf das Nervensystem auswirken.

Mit allen Sinnen den Wald aufnehmen
Beim Waldbaden geht nicht darum, nur einen Spaziergang zu machen. Waldbaden heißt: Die Umgebung mit allen Sinnen aufzunehmen. Es bedeutet, innezuhalten und auf Gerüche wie den Duft der Tannennadeln zu achten. Es geht darum, ganz still zu sein und den Geräuschen des Waldes bewusst zu lauschen: Dem Wind in den Bäumen, dem Plätschern eines Baches und dem Gezwitscher der Vögel. Hören Sie auf das Knistern und Knacken, das Rauschen und Rascheln! Waldbaden bedeutet, achtsam zu sein. Langsam und ziellos durch den Wald zu gehen, sich Zeit zu lassen. Und die vielen Farben des Waldes wahrzunehmen – denn er ist nicht nur grün. Schalten Sie ab, tauchen Sie in die Atmosphäre des Waldes ein. Mindestens zwei Stunden sollte so ein Aufenthalt andauern.

Für wen ist Waldbaden geeignet?
Die Vertreterinnen und Vertreter des Waldbadens sehen eine positive Wirkung des Waldes für alle Altersgruppen – angefangen bei Kindern und Jugendlichen, zum Beispiel mit Problemen wie ADHS, Verhaltensauffälligkeiten oder Adipositas, über Erwachsene bis hin zu Hochaltrigen und Menschen mit Demenz. Gerade bei älteren Menschen, deren Wahrnehmungsfähigkeit nachlässt, kann der Wald die Sinne auf vielfältige Weise anregen und mental aktivieren. Gleichzeitig lässt er Erinnerungen an die Kindheit oder an frühere Urlaube mit der Familie wachwerden und vermittelt damit ein Wohlgefühl.

Menschen in der Mitte des Lebens, wenn das Stresslevel durch Mehrfachbelastungen besonders groß ist, kann der bewusste Aufenthalt im Wald erden, beruhigen und kräftigen. Waldbaden soll bei psychosomatischen und psychischen Störungen eine wirksame Unterstützung sein und sich zum Beispiel bei Burn-out, Depression oder Angstsymptomatiken als therapeutische Ergänzung eignen. Auch in der Trauerbewältigung und in der Sterbebegleitung hat Waldbaden positive Effekte.

Reif für den Wald?
Wer unter professioneller Anleitung Achtsamkeitsübungen im Wald machen will – kein Problem. Überall in Rheinland-Pfalz gibt es Workshops und Schnupperkurse. In St. Martin in der Pfalz sitzt die Deutsche Akademie für Waldbaden und Gesundheit (DAWG), die eine Vielzahl von Angeboten hat und Ausbildungen in der Kursleitung für Waldbaden und Achtsamkeit im Wald durchführt.  

Es gibt Krankenkassen, die die Gebühren für Waldbaden-Kurse übernehmen, Voraussetzung ist, dass die Kursleitungen entsprechend ausgebildet und anerkannt sind. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach, ob Waldbaden zu den Präventionsleistungen zählt.

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Marion Mück-Raab ▪ Redaktion: Birgit Kahl-Rüther, Mail: bkahl@lzg-rlp.de



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Wetterempfindlich: Das sollten Herz-Kreislauf-Patienten beachten
Wetterveränderungen können Patienten bei chronischer Krankheit zusätzlich belasten. Worauf Herzkranke zum Schutz vor Herzinfarkt und anderen Komplikationen achten sollen, erklären ein Medizin-Meteorologe und ein Kardiologe

Wetterextreme und kurzfristige Änderungen im Wetterablauf machen vielen Menschen schwer zu schaffen. Das gilt besonders für Alte und chronisch Kranke. „Wetterempfindlich sind meist Menschen, deren Körper durch Alter oder chronische Krankheiten wie Rheuma, Asthma sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen bereits geschwächt ist oder bei denen eine Abweichung von der normalen Regulation besteht, etwa ein zu niedriger oder ein zu hoher Blutdruck“, bestätigt der Medizin-Meteorologe Professor Dr. Andreas Matzarakis in der aktuellen Ausgabe 3/2021 der Herzstiftungs-Zeitschrift HERZ heute. Der Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung (ZMMF) in Freiburg i. Br. weist ferner darauf hin, dass das Herz-Kreislauf-System „mit seinen komplexen vegetativen, hormonellen und biorhythmischen Regel- und Steuervorgängen für Wetterreize besonders sensibel“ ist. Wetterextreme wie Hitzewellen, bereits für Gesunde eine Belastung, sind für chronisch Kranke ein umso ernsthafteres Problem. Der Experten-Beitrag „Das liegt am Wetter!“ von Prof. Matzarakis und Kathrin Graw ist als Online-Fassung abrufbar unter www.herzstiftung.de/wetter-und-herz

Stress durch Hitze: Blutdruck kann stark ansteigen, aber auch fallen
Bei Herz- und Kreislaufleiden wie Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit (Verengungen der Herzkranzgefäße), Rhythmusstörungen oder Herzschwäche können ungünstige Wetterveränderungen insbesondere durch starke Temperaturschwankungen zur großen Belastung für den bereits geschwächten Organismus werden. „Im höheren Lebensalter versteifen Blutgefäße, so dass ein ohnehin beeinträchtigter Organismus überfordert werden kann, wenn wegen Wetterveränderungen zusätzliche Regulationsleistungen erforderlich sind“, erklärt Matzarakis. Hitze und Kälte bewirken beispielsweise eine Weitung (Vasodilatation) beziehungsweise eine Verengung (Vasokonstriktion) der peripheren Blutgefäße und können dadurch Änderungen des Blutdrucks hervorrufen.  

„Wer einen zu hohen Blutdruck hat, leidet in Hitzeperioden besonders, weil extreme Hitze den Körper so unter Stress setzt, dass der Blutdruck zusätzlich steigen kann“, erklärt der Hochdruckexperte Professor Dr. med. Heribert Schunkert vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung. Aber auch das Gegenteil kann laut Schunkert der Fall sein, weil der Blutdruck aufgrund der Hitze und der sich weitenden Gefäße stark abfallen und so zu Ohnmacht, Schwindel oder Rhythmusstörungen führen kann. „Manchmal fällt der Blutdruck so stark ab, dass die Dosis der Blutdruckmedikamente nach Rücksprache mit dem Arzt angepasst werden muss. Vorbeugen kann man, indem man die Hitze möglichst meidet und Aktivitäten wie Sport in kühlere Phasen wie den Morgen oder den Abend verlagert“, so Schunkert, Direktor der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen am Deutschen Herzzentrum München. Infos zu Hitze und Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck und Herzschwäche bietet die Herzstiftungs-Seite www.herzstiftung.de/herzprobleme-bei-hitze

Erhöhte Thromboseneigung bei Hitze und Kälte möglich
Hitze und Kälte können auch die Gerinnungsfähigkeit des Blutes erhöhen und entzündliche Prozesse in den Gefäßen fördern. Die Zähflüssigkeit des Blutes (Viskosität) nimmt bei hohen Temperaturen aufgrund des Verlustes von Flüssigkeit (Schwitzen) zu; bei geringen Temperaturen und Vasokonstriktion kommt es in den betroffenen Geweben zu einer Minderdurchblutung sowie zu einem Flüssigkeitsverlust über die Niere und einer dadurch ebenfalls erhöhten Zähflüssigkeit. „Dies wiederum führt zu einer verringerten Blutströmungsgeschwindigkeit bis hin zum Blutstau in den Venen, das Risiko für Verklumpungen und die Bildung venöser Thrombosen kann ansteigen“, wie Matzarakis in HERZ heute betont. Für Patienten mit koronarer Herzkrankheit, Verengungen der peripheren Arterien (pAVK) oder der Venen bedeuten Wetterextreme somit ein zusätzliches Risiko für Komplikationen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Gerinnselbildung. Um die Bevölkerung vor den Folgen von Hitzewellen zu schützen, hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) ein Hitzewarnsystem entwickelt und in die Routinevorhersage integriert (www.dwd.de).

Bei Hitze auf Trinkmenge achten
Herzpatienten und ganz besonders Personen mit einer Herzschwäche müssen an heißen Tagen darauf achten genügend zu trinken. Allerdings heißt „genügend” auch: nicht zu viel! Denn eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr kann bei herzkranken Patienten ihre Herzleistung verschlechtern. Gerade für Patienten mit einer Herzschwäche gelten wegen der Einnahme von Entwässerungsmitteln (Diuretika) einige Besonderheiten hinsichtlich der optimalen Trinkmenge (siehe auch www.herzstiftung.de/herzprobleme-bei-hitze).  

Aktuelle HERZ heute: Jetzt Probeexemplar anfordern!
Die Zeitschrift HERZ heute erscheint viermal im Jahr. Sie wendet sich an Herz-Kreislauf-Patienten und deren Angehörige. Weitere Infos zu möglichen Wettereinflüssen auf Herz und Kreislauf sowie zum Themenschwerpunkt Herzklappenerkrankungen bietet die aktuelle Zeitschrift HERZ heute 3/2021 „Klappentausch – Wann mit dem Katheter, wann chirurgisch?“ Ein kostenfreies Probeexemplar ist unter Tel. 069 955128-400 oder unter www.herzstiftung.de/bestellung erhältlich.



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Berufsunfähig – wenn man plötzlich nicht mehr arbeiten kann
Wichtige Versicherung für Berufsanfänger

Spätestens mit dem Ende einer Ausbildung oder eines Studiums müssen sich junge Menschen mit dem Thema Versicherungen beschäftigen: Wer zahlt im Krankheitsfall und was geschieht, wenn sie einen Sach-, Vermögens- oder Personenschaden verursachen sollten? Auch, dass auf die staatliche Rente allein kein Verlass ist, ist den meisten Berufsanfängern bewusst. Ein weiteres großes Risiko wird von ihnen dagegen häufig übersehen – Berufsunfähigkeit.

Jeder fünfte Rentner in Deutschland bekommt nach Angaben der gesetzlichen Rentenversicherung vom Staat keine Altersrente, sondern nur eine deutlich niedrigere sogenannte Erwerbsminderungsrente. Einen solchen Rentenanspruch hat nur, wer in keinem Beruf länger als drei Stunden pro Tag arbeiten kann. „Was die Rentenkasse zahlt, ist oft weniger als die Grundsicherung Hartz IV. Betroffen sind insbesondere Berufsanfänger, aber auch Berufstätige mittleren Alters“, sagt Frank Breithaupt, Versicherungsexperte und Bezirksdirektor der Barmenia Versicherungen Mainz. Selbstständige, Freiberufler, Studierende, Hausfrauen und Hausmänner gehen oft leer aus, weil sie meist keine Ansprüche an die gesetzliche Rentenversicherung erworben haben.

Je früher, desto niedrigere Beiträge
Wie die Kranken- und die Privathaftpflichtversicherung sichert eine Berufsunfähigkeitsversicherung existenzbedrohende Risiken ab und sollte deshalb unbedingt privat versichert werden – vor allem dann, wenn man eine Familie gründen und Kinder haben möchte. Besonders wichtig ist der Versicherungsschutz für Alleinverdiener. Fällt ihr Gehalt dauerhaft aus, gerät die ganze Familie in Not. Wer sich schon beim Berufseinstieg gegen Berufsunfähigkeit versichert, profitiert als junger und vergleichsweise gesunder Mensch von niedrigen Beiträgen.

Preise und Leistungen vergleichen
Was eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung ausmacht, ermittelt zum Beispiel die Stiftung Warentest. Neben dem Preis spielt vor allem der Leistungsumfang eine wichtige Rolle: Zahlt die Versicherung auch dann, wenn der Versicherte anstelle seines zuletzt ausgeübten Berufs auch eine andere Tätigkeit ausführen könnte? Bekommt er die Berufsunfähigkeitsrente auch dann, wenn von ihm zum Beispiel eine Infektionsgefahr ausgeht und ihm deshalb die Berufsausübung untersagt ist? Kann der Versicherte den Versicherungsschutz nachträglich problemlos erhöhen, wenn etwa die Familie Zuwachs bekommt oder sein Einkommen gestiegen ist oder besteht der Versicherer auf eine erneute Gesundheitsprüfung? „Mit einer privaten Berufsunfähigkeitsabsicherung ist das Risiko, seine Träume im Laufe des Arbeitslebens nicht zu realisieren, zumindest in finanzieller Hinsicht abgedeckt. Ohne droht im Ernstfall ein Absturz auf die staatliche Grundsicherung“, sagt Breithaupt.


Scheidung: Wer bekommt den Hund?
Rechtliche Hintergründe zum Umgang mit Haustieren bei einer Trennung

Meine Wohnung, dein Auto – aber bei wem bleiben Hund oder Katze? Diese Frage beschäftigt regelmäßig die Gerichte. Denn das Haustier ist bei vielen Deutschen ein liebgewonnenes Familienmitglied. Kommt es zu einer Scheidung, kann das schnell zu Streitigkeiten führen. Welche Regelungen für Haustiere gelten und welche Kriterien vor Gericht eine Rolle spielen, fasst Michaela Rassat, Juristin der ERGO Rechtsschutz Leistungs-GmbH, zusammen.

Für Haustiere gelten dieselben Regeln wie für Haushaltsgegenstände
Juristisch betrachtet ist laut § 90a Bürgerliches Gesetzbuch ein Haustier zwar keine Sache – die Vorschrift weist darauf hin, dass Tiere durch besondere Gesetze geschützt sind – trotzdem wendet der Gesetzgeber die rechtlichen Regeln für Sachen auch auf Tiere an. „Daher gelten für Scheidungshaustiere vor Gericht die gleichen Vorschriften wie für Haushaltsgegenstände“, so Michaela Rassat. Das heißt: Was das Paar während der Ehe zur gemeinsamen Lebensführung angeschafft hat, gehört beiden. Bei einer Trennung müssen die Partner diese Haushaltsgegenstände dann untereinander aufteilen. Dazu zählen nicht nur Waschmaschine, Kleiderschrank oder Couch, sondern auch Hund, Katze oder Hamster. Einer der Partner kann die Herausgabe eines gemeinsamen Haushaltsgegenstands verlangen, wenn er oder sie auf diesen angewiesen ist – oder es „der Billigkeit entspricht“, also gerechter und angemessener ist. Dafür sind vor Gericht gute Gründe notwendig. Hat hingegen einer der Partner das Tier mit in die Ehe gebracht, bleibt er bei einer Scheidung rechtlicher Eigentümer des Tieres. Er ist auch alleiniger Eigentümer, wenn er das Haustier beispielsweise während der Ehe geschenkt bekommt.

Zu wem kommen Bello oder Maunzi?
Können sich die Eheleute nicht einigen, bei wem das gemeinsame Haustier bleiben soll, muss meist ein Gericht die Frage klären. Der Richter weist dann das Tier einem der Eheleute zu. „Bei seiner Entscheidung berücksichtigt er folgende Fragen: Wer hat das Tier gekauft, wer kümmert sich um Pflege, Futter und Auslauf, wer trägt die Kosten für Tierarzt und Futter und wer ist die wichtigste Bezugsperson?“, erläutert die Rechtsexpertin von ERGO. Insbesondere die Frage nach der Bezugsperson kann entscheidend sein, wenn sich nicht nachweisen lässt, dass einer der Ehepartner alleiniger Eigentümer des Tieres ist. Das Oberlandesgericht Oldenburg hat daher die Klage einer Frau abgewiesen, die zweieinhalb Jahre nach der Trennung den Hund zugesprochen bekommen wollte. Hier sah das Gericht inzwischen den Exmann als Hauptbezugsperson des Hundes an (Az. 11 WF 141/18). „Um einen Rechtsstreit zu vermeiden, sollte sich das Paar gemeinsam überlegen, bei wem das Tier besser aufgehoben ist“, rät Rassat.

Umgangsrecht für den gemeinsamen Hund?
„Für Haustiere gibt es kein gesetzliches Umgangsrecht wie für Kinder bei einer Trennung der Eltern“, so die ERGO Juristin. „Auch einen gesetzlichen Unterhaltsanspruch für Haustiere kennt das deutsche Recht nicht.“ Dennoch kann es für Paare nach einer Scheidung sinnvoll sein, dem ehemaligen Partner Besuche oder Ausflüge mit dem geliebten Haustier zu ermöglichen oder sogar Betreuungszeiten für das Tier zu vereinbaren.


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