896 vom 24.09.2021 - Gaadefelder InfoBrief

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Ausgabe 896 vom 24.09.2021
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Vielfalt als Bereicherung für die Demokratie!
Höhepunkt, der diesjährigen interkulturellen Woche war die meistbesuchte hybride Podiumsdiskussion, die der Beirat für Migration und Integration der Stadt Mainz (BMI) mit Bundestagskandidierenden veranstaltete. In Zusammenarbeit mit INBI und der GEW RLP wurden die Themen Vielfalt, Integration und Chancengleichheit in der Demokratie diskutiert.
Gleiche Chancen für Alle – Doch welche Partizipationsmöglichkeiten haben sozial benachteiligte Menschen tatsächlich, wie kann Chancengleichheit erreicht werden und welche Haltungen bestehen bzgl. des Themas einer doppelten Staatsbürgerschaft?

Diese und weitere Fragen haben die Podiumsmitglieder Daniel Baldy (SPD), Ursula Groden-Kranich (CDU), Tabea Rößner (Bündnis 90/ Die Grünen), Prof. Dr. Gerhard Trabert (unterstützt von die Linke), Friedrich Sartorius (FDP), Klaus-Peter Hammer (GEW) und Peimaneh Nemazi-Lofink (Vorsitzende Beirat für Migration und Integration) unter der Moderation von Jacqueline Dreyhaupt (Hessischer Rundfunk) am 15.9. im Hechtsheimer Bürgerhaus vor knapp 100 Teilnehmer:innen vor Ort sowie aus dem virtuellen Raum, diskutiert.  


(Foto: Veranstalter)

Nach kurzer Begrüßung durch die Vorsitzende des Beirats für Migration und Integration und dem Landesbeauftragten für Migration und Integration, Miguel Vicente, wurden die Podiumsmitglieder konkret nach ihren Ideen und Plänen für eine gleichberechtige Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in Schule gefragt. Mehrere PISA-Studien legen offen, dass Benachteiligung insbesondere bei Menschen, die bereits sozial benachteiligt sind, stetig zunimmt. Peimaneh Nemazi-Lofink sprach in diesem Kontext von einem „mittelschicht-orientierten Bildungssystem“, welches durchbrochen werden muss. Verstärkt werde diese Benachteiligung strukturell durch das dreigliedrige Schulsystem und Debatten um echte  Reformierungen dessen, welche nunmehr seit 20 Jahren ziellos geführt werden, so Klaus-Peter Hammer (GEW).  

Die Podiumsgäste sind darin einig gewesen, dass insgesamt mehr Gelder in Bildung investiert werden müssen, um z.B. mehr Individualförderung, kleinere Klassen und bessere personelle Ausstattung zu erreichen. Ebenso wichtig sei die Investition in Aus-, Fort- und Weiterbildungen von u.a. Lehrkräften zu Themen wie „Interkulturelle Kompetenz“, um Vielfalt verstehen und leben zu können. In vielen Bereichen stehen finanzielle Mittel zur Verfügung, jedoch sind diese oftmals mit bürokratischen Hürden verbunden. So werden Gelder nicht abgerufen, weil der Verwaltungsakt zu hoch sei, bspw. beim Teilhabepaket – auch hier bestehe Handlungsbedarf. Beim Thema Recht auf Ausbildung für Alle ging es vor allem darum, dass viele Jugendliche u. junge Erwachsene, insbesondere aus sozial benachteiligten Familien, im sogenannten „Übergangssystem“ landen und oft jahrelang diverse Förderungs- & Qualifizierungsmaßnahmen durchlaufen ohne einen anerkannten (Berufs-)Abschluss zu erhalten. Um diese Spirale zu durchbrechen sei die „Ausbildungsgarantie“, wie es sie z.B. in Österreich gibt, ein Weg, um allen jungen Menschen ein Recht auf Ausbildung zu gewähren, welches, da waren sich alle anwesenden Podiumsgäste einig, es geben sollte. Arbeitsmarktbezogen befürworteten die Podiumsmitglieder schnellere Anerkennungsverfahren und einen Ausbau der Sprachförderung an Berufsschulen, um auch Neuzugewanderten Chancengleichheit einzuräumen.   

In Mainz sei jede/r fünfte nicht wahlberechtigt, weil sie/er keine deutsche Staatsbürgerschaft hat und die eigene nicht aufgeben möchte, so Miguel Vicente, in seinem Begrüßungswort. Eine einheitliche gesetzliche Regelung zur doppelten Staatsbürgerschaft mit allen Drittstaatsländern trägt dazu bei, dass alle Menschen, die hier Arbeiten, Steuern zahlen und wählen möchten, dies in Deutschland auch ermöglicht bekommen. Eine Gesellschaft, an der alle Menschen unabhängig von ihrer sozialen Herkunft teilhaben können und sich akzeptiert fühlen, war der gemeinsame Wunsch aller Gäste.  

„Es muss ein Paradigmenwechsel angestrebt werden, indem Vielfalt als Bereicherung für unsere Gesellschaft gesehen wird“, so Peimaneh Nemazi-Lofink. „Vielfalt zu leben ist herausfordernd jedoch wertvoll für die heutige Gesellschaft. Notwendig ist es dabei, die Situation von sozial Benachteiligten, Migrant:innen und Geflüchteten zu verbessern und insbesondere bei Bildung, Ausbildung und Arbeitsmarkt Chancengleichheit herzustellen,  damit Potentiale für Alle gewinnbringend genutzt werden können – denn Bildung ist eine wichtige Säule zur Integration!“

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung durch Internationale Musik von Alireza Saeedi und Navid Mohammadi.



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Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Elektronischen Patientenakte (ePA)
• Was ist die elektronische Patientenakte (ePA)?
• Welche Vorteile bringt mir die ePA?
• Wie komme ich an eine ePA?
• Wie funktioniert eine ePA?
• Wer erhält Zugriff auf meine ePA?
• Wie und wo werden meine Daten gespeichert?
• Wie wird die ePA weiter ausgebaut?


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MainzZero‘ widerspricht der Ablehnung durch die Stadt Mainz
Stadtrat hat es jetzt in der Hand sich hinter das Bürgerbegehren zu stellen und für mehr Klimaschutz einzusetzen

Mit Erstaunen und Verwunderung haben die Initiator*innen von ‚MainzZero – Klimaentscheid Mainz‘ die Bewertung der Stadt Mainz in einem Schreiben an MainzZero sowie die Pressemitteilung der Stadt vom 21. September zur Kenntnis genommen. "Wir bedauern sehr, dass sich Oberbürgermeister Michael Ebling erneut auf formale und juristische Gründe zurückzieht statt in die inhaltliche Diskussion einzusteigen", so die einhellige Meinung in der Bürgerinitiative. Zumal die Initiator*innen dem Oberbürgermeister bereits im Dezember 2020 mitgeteilt hatten, dass sie seine Auffassung zur Unzulässigkeit des Bürgerbegehrens nicht teilen. Und dies auch nach Prüfung der Einschätzung durch das Rechtsamt der Stadt weiterhin vertreten.

Angesichts der einschneidenden Ereignisse seit dem Start des Bürgerbegehrens (Urteil des Bundesverfassungsgerichts, Bericht des Weltklimarates IPCC und Flutkatastrophe) ist es für MainzZero nur schwer erträglich, dass immer noch nicht schneller, konsequenter und mit umfassenderen Maßnahmen gehandelt werde. „Die Notwendigkeit einer sofortigen Transformation hin zu einer klimaneutralen Gesellschaft ist doch überdeutlich und darf nicht mit formaljuristischen Argumenten, wie stichhaltig sie denn überhaupt sein mögen, ausgebremst werden“, betont Frischkorn. Dafür wird MainzZero weiter mit seiner ganzen Energie und dem Rückhalt durch die mehr als 13.500 geleisteten Unterschriften aus dem Bürgerbegehren arbeiten.

Es wäre sehr bedauerlich, wenn mit dieser rein rechtlichen Bewertung keine inhaltliche Diskussion über die notwendige Intensivierung der Klimaschutzmaßnahmen in der nächsten Stadtratssitzung stattfinden soll, sondern ausschließlich eine formalrechtliche Entscheidung angestrebt werde. Frischkorn: „Das wird unserer Überzeugung nach der Bedeutung schnellen Handels im Klimaschutz, das alle Parteien im Bundestags-Wahlkampf versprochen haben, überhaupt nicht gerecht!“

Deshalb sehen die Initiatoren des Bürgerbegehrens für die Stadt Mainz keine Ansätze, auch nur annährend ihren Beitrag zur Erreichung des 1,5 Grad-Ziels des Pariser Klimaabkommens von 2015 zu leisten. Denn keine der elf Forderungen aus dem Bürgerbegehren von MainzZero wurde bisher zur Diskussion gestellt, um zumindest einen ersten Schritt in diese Richtung zu gehen.. Und darüber hinaus hätte die Stadt durch entsprechenden Beschluss des Stadtrates die Möglichkeit - analog zur Entscheidung beim Bibelturm 2018 - durch einen entsprechenden Antrag einen Ratsentscheid – unabhängig von der rechtlichen Bewertung – anzustoßen. „Der Stadtrat hat es jetzt in der Hand, sich hinter das Bürgerbegehren zu stellen und mutig für konsequenten Klimaschutz einzusetzen“ so Hans-Georg Frischkorn.

Rechtliche Bewertung der Stadt fragwürdig
Die Stadt moniert in ihrem Schreiben, dass in „ein Bürgerbegehren auch immer eine oder mehrere konkrete Fragen zu einer entscheidenden Gemeindeangelegenheit voraus(setzt), die im Falle eines Bürgerentscheides mit ‚Ja‘ oder ‚Nein‘ - also einer konkreten Sachentscheidung - zu beantworten ist. Im vorliegenden Fall ist dies gerade nicht der Fall, da die vorgelegten Fragen nicht hinreichend bestimmt formuliert sind und letztlich erst unter Zuhilfenahme der Begründung konkretisiert werden.“ Dazu Hans-Georg Frischkorn: “Mehr als 13.000 Bürger*innen von Mainz hatten keine Probleme, die Frage des Bürgerbegehrens eindeutig zu verstehen und mit Ihrer Unterschrift mit JA oder - ohne zu unterschreiben - mit NEIN klar zu beantworten. Insofern halten wir die rechtliche Würdigung der Stadt in diesem Punkt zumindest für sehr fragwürdig.“ Doch viel wichtiger ist den Initiatoren „der breite Rückhalt in der Bevölkerung für unser Bürgerbegehren, der uns sehr gefreut hat und klar zeigt, dass das Thema Klimaschutz mittlerweile für große Teile der Gesellschaft ein wichtiges Anliegen ist“, betont Frischkorn.

Auch der andere Grund, den die Stadt anführt, leuchtet den Initiatoren des Klimaentscheids nicht ein, denn die Beschlüsse der Stadt und Antrag von MainzZero widersprechen sich nicht. Aus diesem Grund sei das Bürgerbegehren keineswegs kassatorisch. „Und selbst wenn es dies wäre, würde die Frist mit der erneuten Stadtratsentscheidung vom 10. Februar 2021 neu beginnen. Kurz gesagt: wir teilen die rechtliche Bewertung der Stadt nicht“, so Frischkorn abschließend zur rechtlichen Bewertung.

Inhaltliche Diskussion im Stadtrat notwendig
Eine inhaltliche Debatte im Stadtrat ist für MainzZero zwingend notwendig. „Deshalb werden wir unsere Sicht der Dinge im Stadtrat darstellen und versuchen, die Fraktionen zu überzeugen den Antrag der Stadt entsprechend abzuändern“ so Frischkorn und weiter: „Selbst wenn uns das nicht gelingt, können wir immer noch gegen diese Entscheidung Rechtsmittel einlegen. Davon unabhängig werden wir mit vollem Engagement daran weiterarbeiten, dass Mainz sich ambitioniertere Ziele im Klimaschutz setzt und schneller, konsequenter und umfassender handelt.“


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Termine der Woche


Führungen:
  • Bier in Mainz - Vom Eis in der Hand bis zum Prickeln im Bauchnabel
  • Weinkultur in Mainz - Von den Römern zur „Great Wine Capital“
  • Literarisches Mainz
  • Das Zollhafen-Projekt – Vom römischen Handelshafen zum Stadtquartier der Zukunft
Außerdem:
  • Fridays for Future ruft zum Globalen Klimastreik in Mainz auf
  • Eröffnung der Ausstellung „3 x klingeln“ mit der Big Band Projekt Orion
  • Hofflohmärkte
  • Werkstattgespräch – Lesung und ein Buchprojekt für Kinder. Mit Illustratorin Cylan Maurer und Cosima Schneider
  • Universitätsgottesdienst
  • Yiddish Jazz Chansons
Diese und viele weitere Veranstaltungshinweise finden Sie ausführlich auf unserer Veranstaltungsseite und unter Veranstaltungen mit Anmeldung

Beachten Sie bitte auch die Seiten mit den wöchentlichen Terminen und den Ausstellungen.
25 Jahre "...3xklingeln!" - vom 24. bis 26. 09.2021


Christiane Schauder und Minas haben es wieder geschafft: Ihr Kunstwochenende in der Mainzer Neustadt und im Bleichenviertel geht in die 13. Runde seit 1997. Aber dieses Jahr ist alles anders. Um alle Sicherheits- und Hygienevorschriften einzuhalten, folgen sie der 2-G-Regel. Alle Gastgeber, Künstler und Besucher müssen geimpft oder genesen sein. Außerdem müssen alle Besucher registriert sein. Umso entspannender für alle wird der Rundgang durch die Kunstorte.

Machen  Sie sich also schon jetzt mit dem Schutzkonzept im Flyer vertraut und melden Sie sich an unter Anmeldung3xklingeln@web.de


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Die Presseumschau - Nachrichten aus der Neustadt
Hinweis: - Dieser Artikel ist nur gegen Zahlung oder als AZ-Abonnent zu lesen.

(Foto: hbz/Stefan Sämmer)
„Eine Schule mit Lebensgefühl“
Warum Irmgard Deml-Reißer, die neue Schulleiterin der BBS 2, von ihrer neuen Wirkungsstätte begeistert ist - AZ Mainz

(Foto: Paul Lassay)
Bekommt der Zollhafen bald ein Hochhaus?
Während am einen Ende des Hafenbeckens mit dem Pandion Doxx ein Blickfang Formen annimmt, macht auch ein weiteres markantes Projekt des Mainzer Zollhafens Fortschritte - AZ Mainz

(Foto: hbz/Stefan Sämmer)
Mehr Grün statt Autos: „Parking Day“ in Mainz
Beim „Parking Day“ wurden am Samstag in Mainz die Parkplätze um den Gartenfeldplatz mal anders genutzt, um auf die Re-Urbanisierung aufmerksam zu machen. So kam die Aktion an - AZ Mainz


Sexualisierte Gewalt: Wenn das Büro zum Tatort wird
Der Mainzer Frauennotruf registriert verstärkt Fälle sexualisierter Gewalt am Arbeitsplatz. Junge Frauen sind besonders betroffen. Und auch an Hochschulen gibt es Vorfälle - AZ Mainz

(Grafik: KMW)
Kommt großes Rechenzentrum auf die Ingelheimer Aue?
Die Ingelheimer Aue in Mainz ist von Industrie geprägt. Nun gibt es Pläne, dort eines der größten Rechenzentren Deutschlands zu errichten. Einige Faktoren sprechen dafür - AZ Mainz

(Foto: hbz/Stefan Sämmer)
Sieben Fahrzeuge bei „Park(ing) Day“ in Mainz abgeschleppt
Beim Aktionstag für Re-Urbanisierung wurden auch am Gartenfeldplatz 47 Stellplätze zu Verweilfläche umfunktioniert und teils freigeschleppt. Das sorgte bei manchen für Unmut - AZ Mainz


Blaulicht - Pressemeldungen von Polizei und Feuerwehr
Keine Meldungen in dieser Woche.

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Tipps und Informationen

Starke Grippewelle im Herbst befürchtet
Jetzt gegen Grippe impfen lassen

Als Folge der COVID-19-Schutzmaßnahmen haben sich im vergangenen Herbst und Winter deutlich weniger Menschen mit der Grippe genannten Influenza angesteckt als in den Vorjahren. Was damals eine gute Nachricht war, könnte in den nächsten Monaten zum Problem werden: Mangels Kontakts mit dem Influenzavirus haben die meisten Menschen keinen Immunschutz gegen die Grippe aufgebaut. Daher dürfte die diesjährige Grippewelle nach Ansicht von Wissenschaftlern der Johns-Hopkins-Universität deutlich stärker ausfallen.

Ähnlich wie beim COVID-19-Virus sind auch durch die Grippe besonders Menschen ab 60, chronisch Kranke, Schwangere, medizinisches Personal und alle, die viel Kontakt mit Menschen haben, gefährdet. Sie haben ein höheres Risiko für schwere, manchmal tödliche Krankheitsverläufe. Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (STIKO) beklagt deshalb seit vielen Jahren, dass sich zu wenig Menschen gegen das Grippevirus impfen lassen. Die Besonderheit der kommenden Grippesaison: Eine große Anzahl schwerer Grippefälle könnte in dieser Saison zu Engpässen auf den Intensivstationen der Krankenhäuser und bei Beatmungsgeräten führen, weil diese gleichzeitig von COVID-19-Patienten benötigt werden. Laut STIKO sollte daher die Impfquote vor allem bei Risikogruppen mit den ab September verfügbaren Grippeimpfstoffen erheblich gesteigert werden.

„Nur weil die STIKO die Grippeschutzimpfung lediglich für bestimmte Personengruppen ausdrücklich empfiehlt, heißt das nicht, dass sie von einer Impfung anderer Personen abrät“, sagt Frank Breithaupt, Bezirksdirektor und Krankenversicherungsexperte der Barmenia Versicherungen Mainz. Er rät dazu, sich und seine Familie im Oktober oder November impfen zu lassen. Nach zehn bis 14 Tagen tritt die volle Wirkung ein. Zur Hochzeit der Grippewelle im Januar und Februar ist der Impfschutz immer noch hoch und lässt erst über den Sommer hin allmählich nach. Wer keiner der genannten Risikogruppen angehört, sollte prüfen, ob seine Krankenkasse die Kosten übernimmt. Privat Krankenversicherte bekommen diese Leistung in der Regel erstattet. Auch viele Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitern eine kostenlose Grippeschutzimpfung an, um den krankheitsbedingten Arbeitsausfall gering zu halten oder zu vermeiden.

Die Impfung selbst ist nur ein kleiner Piks in den Oberarm, Nebenwirkungen sind in der Regel harmlos und sehr selten. Oft werden Symptome einer Erkältung fälschlich mit der Impfung in Verbindung gebracht. Eine Grippeinfektion durch die Impfung ist jedoch ausgeschlossen, da der Impfstoff nur abgetötete und damit vermehrungsunfähige Viren enthält. Stärkere oder länger andauernde Symptome sollten trotzdem ernst genommen werden. Sie könnten auf eine COVID-19-Infektion hinweisen und einen Arztbesuch erfordern. Gerade im Anfangsstadium ist es schwierig, zwischen einer Grippe oder einer COVID-19-Infektion zu unterscheiden. Beide Impfungen schützen sehr effektiv. Und sollte der Erkrankte gegen Grippe und COVID-19 geimpft sein, bestehen gute Aussichten auf einen abgemilderten Krankheitsverlauf. Im günstigsten Fall handelt es sich doch nur um eine harmlose Erkältung.

Wie kommt ein Mieter vorzeitig aus dem Mietvertrag?
Drei Nachmieter suchen und schon komme ich frühzeitig aus dem Mietvertrag – klingt ganz einfach, oder? Doch das stimmt so nicht, auch wenn sich dieser Irrglaube bei vielen Mietern hartnäckig hält. Rechtlich gesehen gilt: Das Recht auf eine Nachmietersuche gibt es nur, wenn im Mietvertrag eine sogenannte Nachmieterklausel festgelegt ist. Präsentiert der Mieter seinem Vermieter dann mögliche Nachmieter, kann der Vermieter die vorgeschlagenen Nachmieter prüfen. Die Dauer dieser Prüfung ist üblicherweise in der Nachmieterklausel vereinbart. Der Mieter hat nur dann Zeit gewonnen, wenn die Entscheidung des Vermieters schneller als in drei Monaten, also der normalen Kündigungsfrist, getroffen wird. Entscheidet sich der Vermieter früher für einen der potenziellen Nachmieter, klappt es mit der vorzeitigen Beendigung des Mietverhältnisses. Gibt es keine Nachmieterklausel, können Mieter nur in Ausnahmefällen nach Nachmietern suchen und früher aus dem Mietvertrag aussteigen. Dazu zählt beispielsweise ein berufsbedingter Umzug, ein Umzug ins Alten- oder Pflegeheim oder wenn sich etwa Nachwuchs ankündigt und die Wohnung daher zu klein wird. Alternativ besteht noch die Möglichkeit, dass sich der Vermieter freiwillig auf eine Nachmietersuche einlässt. Aber auch in diesem Falle ist er nicht verpflichtet, sich innerhalb einer bestimmten Zeit für einen potenziellen Kandidaten zu entscheiden.

Text: Wolfgang Müller, Rechtsexperte der IDEAL Versicherung

So viel wie nötig, so wenig wie möglich: Im digitalen Alltag Ressourcen, Strom und Treibhausgase sparen
Mit der Corona-Pandemie hat das vergangene Jahr auch hierzulande zu einem erheblichen Digitalisierungsschub geführt. Es ist völlig selbstverständlich geworden, sich in Videokonferenzen zu treffen – egal ob beruflich oder zum privaten Kaffeeklatsch. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) macht jedoch auch auf den digitalen Fußabdruck aufmerksam. Denn egal ob wir Filme streamen, die digitale Fotosammlung erweitern oder E-Mails verschicken: Wo immer wir uns in der digitalen Welt bewegen, hinterlassen wir Spuren in der analogen Welt. Pro Kopf und Jahr sind das durchschnittlich 740 Kilogramm Treibhausgase, soviel wie ein Hin- und Rückflug von München nach Madrid verursachen.

Deshalb rät Irmela Colaço, Expertin für Energiesparen beim BUND: „Das Potential der digitalen Helfer und Werkzeuge ist groß, doch wir müssen uns immer wieder bewusstmachen, wie wir diese Helfer einsetzen. Ein Leitbild kann dabei sein: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Vor einer Anschaffung sollten wir uns ehrlich fragen: Brauche ich das wirklich? Um die negativen Auswirkungen unseres digitalen Alltags auf Menschen, Klima und natürliche Ressourcen gering zu halten, sollten wir möglichst wenig neue Geräte kaufen. Manches lässt sich reparieren. Dabei helfen Werkstätten und Repair-Cafés. Viele unkommerzielle digitale Plattformen bieten außerdem Anleitungen und Werkzeuge für die Reparatur in Eigenregie.“ Ist eine Reparatur nicht möglich, gibt es zum Glück immer mehr Unternehmen, die gebrauchte und generalüberholte Geräte inklusive Garantie anbieten. Wichtig ist, Altgeräte nicht in die Schublade zu legen, sondern fachgerecht zu recyceln.

Auch bei der Nutzung lohnt es sich für Umwelt und Geldbeutel, die Gewohnheiten kritisch zu überprüfen. „Je kleiner der Bildschirm, auf dem wir ein Video anschauen, desto weniger Energie verbrauchen wir. Viele Geräte sind außerdem immer auf Abruf und ziehen so über das Jahr unbemerkt viel Energie“, erklärt Irmela Colaço weiter. So können über 100 Euro an Stromkosten pro Jahr nur dafür anfallen, dass eine Vielzahl vernetzter Geräte über das WLAN empfangsbereit ist. Der BUND empfiehlt deshalb, ungenutzte Geräte ganz auszuschalten.

Energie spart außerdem, wer den eigenen Datenfluss geringhält. Denn das verringert den Energieverbrauch in Rechenzentren und Übertragungsnetze. Ist das Bild im Heimkino vielleicht auch in geringerer Auflösung noch scharf genug? Muss ich Musik mit Video streamen oder reicht der Ton? Habe ich meine Lieblingssongs heruntergeladen oder ziehe ich sie jedes Mal aufs Neue aus dem Netz? Im Mobilfunk verbraucht die Datenübertragung übrigens rund fünf Mal so viel Energie wie über das Festnetz. Videoanrufe sollten Sie also besser zuhause führen als unterwegs. Denn dann spielen digitale Helfer auch ihren Trumpf aus und sind deutlich klimafreundlicher als eine Fahrt mit dem Auto, ÖPNV oder Zug.

  
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