899 vom 15.10.2021 - Gaadefelder InfoBrief

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Ausgabe 899 vom 15.10.2021
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Platz für Lastenräder: Stadt errichtet ersten Lastenradparkplatz in der Neustadt

(rap) Die Stadt Mainz ist für viele Menschen ein attraktiver Wohn- und Arbeitsort. Die (Aus)Bildungs- wie auch Freizeitoptionen locken junge Familien ebenso an wie Studierende oder ältere Menschen. Damit wandelt sich auch das Mobilitätsgeschehen in Mainz: Immer mehr Menschen nutzen neben dem Auto auch den Bus oder die Straßenbahn, legen ihre Wege zu Fuß oder mit dem Rad zurück. Der Trend zur Multimodalität bringt auch steigende Ansprüche des Umweltverbundes mit sich. Im alltäglichen Stadtverkehr hat sich in den letzten Jahren insbesondere das Fahrrad als komfortable Alternative zum Pkw etabliert. Mit Blick auf größere oder schwerere Transporte spielen Lastenräder dabei eine wachsende Rolle.  

(Foto, v.l.: „natürlich“-Marktleiter Mirko Krpic, Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger, Ortsvorsteher Christoph Hand - Bildrechte der Fotos: Stadtverwaltung Mainz)

Während im Rahmen des Radbügelkonzepts für konventionelle Fahrräder und Pedelecs bereits kontinuierlich weitere Abstellanlagen im Stadtraum verortet werden, nimmt auch der Bedarf adäquater Stellplätze für Lastenräder zu. Die immer öfter auf den Straßen zu sehenden Transporträder werden in der Innenstadt vorrangig für Einkäufe, Ladungen sowie Bringen und Holen von Kindern genutzt. Nicht allein aufgrund des Wertes dieser Räder, sondern auch wegen des erhöhten Platzbedarfs ist es wichtig, entsprechenden Raum zum Abstellen zur Verfügung zu stellen.
Die Novelle der Straßenverkehrsordnung (StVO) bietet seit dem vergangenen Jahr die Möglichkeit zur Anordnung spezieller Lastenrad-Parkplätze. Durch die Ausweisung bestimmter Flächen im öffentlichen Verkehrsraum ist dort nur noch das Abstellen von Lastenrädern erlaubt. Damit bekommen Lastenradfahrer:innen die Möglichkeit, ihr Rad mit ausreichendem Platz sicher und komfortabel anzuschließen, damit sie nicht an den konventionellen Radbügeln um Raum konkurrieren oder andere Verkehrsteilnehmer:innen behindern.
„Ich freue mich, dass wir dank der StVO-Novelle und der neuen Beschilderung ein weiteres Zeichen für die Radverkehrsförderung in Mainz setzen können“, sagt Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger. „Die Kombination aus der örtlichen Nachbarschaft zu einem Nahversorger sowie die Umwandlung der Kfz- zu Lastenrad-Stellplätzen zeigt zugleich einmal mehr, dass das Fahrrad eine alltagstaugliche Alternative zum Pkw ist.“

Der erste Standort mit Platz für bis zu sechs Lastenräder wird in der Mainzer Neustadt vor dem „natürlich“-Bioladen in der Josefsstraße errichtet. Hierfür werden zwei Kfz-Parkplätze mit Radbügeln ausgestattet, die in größerem Abstand als bei sonstigen Bügeln gestellt werden. So kann ohne größere Umwege direkt von der Fahrbahn aus eingeparkt werden. Die Bodenmarkierungen und Beschilderung verdeutlichen den Charakter des Lastenrad-Parkplatzes.
Ortsvorsteher Christoph Hand freut sich über das erweiterte Mobilitätsangebot im Stadtteil: „Ich bin stolz, dass der erste Mainzer Lastenrad-Parkplatz in der Neustadt zu finden ist. Hier wird viel Rad gefahren und Transporte für den täglichen Gebrauch sind nun noch bequemer möglich.“
Auch für den „natürlich“-Marktleiter Mirko Krpic ist der Stellplatz vor seinem Laden ein Gewinn. „Es ist mir eine Freude, dass wir mit diesem Projekt den Auftakt machen konnten und einen weiteren Beitrag für eine lebenswerte Neustadt leisten - dazu gehört nicht nur der lokale und regionale, sondern auch der emissionsfreie Einkauf.“

Jetzt gilt es: Abstimmen für die Soziale Stadtimkerei
Die Soziale Stadtimkerei Mainz hat die Chance, den  Publikumspreis des Deutschen Engagementpreises im Wert von 10.000 Euro  zu gewinnen. Es müssen nur möglichst viele Menschen beim Voting mitmachen.

Noch fehlen ein paar Stimmen, deshalb am besten gleich hier zur Abstimmung gehen: https://bit.ly/2WEU2vZ
Das Voting läuft bis zum 20.10.2021


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Bauarbeiten in der Kaiserstraße in den Herbstferien
Vom 18.10. bis 26.11. wird die Rechtsabbiegerspur der Kaiserstraße in die Boppstraße gesperrt. Der mittlere Fahrstreifen in der Kaiserstraße dient in dieser Zeit als Rechtsabbiegespur und der Verkehr, der weiter in Richtung Hauptbahnhof fährt, wird in diesem Bereich einspurig geführt. In der Weiterführung werden auf Höhe Kaiserstraße 7 zwei Fahrspuren in Richtung Hauptbahnhof gesperrt. Der Verkehr wird in dieser Zeit einspurig an der Baustelle vorbeigeführt. Fußgänger:innen können die Baustelle auf dem Gehweg passieren. Der Grund für diese Sperrung sind Arbeiten im Straßenraum im Zuge der Baumaßnahme Boppstraße durch den Straßenbetrieb.

100 Jahre „Vogelsberger Höhen-Club“ in Mainz
Der Mainzer Zweigverein sieht sich auch in seinem Hundertsten innerhalb der VHC-Familie als kleines Kuriosum, liegt Mainz doch rund 130 Kilometer vom Zentrum des VHC`s entfernt. Doch wie kam es dazu?

Im Herbst 1921 in einer Zeit, in der Deutschland noch schwer an den Folgen des 1. Weltkriegs litt, fand sich in Mainz ein Kreis von Wanderfreunden aus Oberhessen zusammen, die es aus beruflichen Gründen nach Mainz geführt hatte. Hier gründeten sie in alter Verbundenheit zu ihrer Heimat und zum Wandern einen Zweigverein des bereits 1881 gegründeten VHC-Hauptvereins.  

In den Jahren des 2. Weltkrieges erlebte der VHC in Mainz eine Scheinblüte. Galt doch das Mitmachen im Sport- oder Wanderverein geradezu als Pflicht. Die Mitgliederzahl stieg vorübergehend auf fast 400 Wanderer. Nach Kriegsende wurde dann 1945 zunächst jegliche Vereinstätigkeit seitens der Besatzungsmächte untersagt. Erst ab dem 15.09.1949 durfte der Zweigverein seine Tätigkeit unter amtlich kontrollierten Auflagen wieder aufnehmen. So waren z.B. monatlich bis zum 15. ein Tätigkeitsprogramm für den darauf folgenden Monat in doppelter Ausfertigung in deutscher und französischer Sprache einzureichen.

Neben dem Mainzer Zweigverein bestanden in dieser Zeit noch eine Reihe von weiteren Zweigvereinen im Rhein-Main-Gebiet (Darmstadt, Frankfurt 07, Frankfurter Berg, Offenbach, Worms). Von diesen sind allerdings heute nur noch die Zweigvereine Frankfurter Berg und Mainz aktiv.

Der VHC-Mainz konzentriert sich seit seiner Gründung primär auf das Wandern in den deutschen Mittelgebirgen der näheren Umgebung. Über viele Jahre hinweg bewegten sich die Mitgliederzahlen zwischen 80 und 105 Mitgliedern, daneben nahmen und nehmen auch immer Gäste an unseren Wanderungen teil. Aufgrund der guten Beteiligung konnten über viele Jahre regelmäßig mit einem gemieteten Bus unsere Wanderungen auch in etwas weiter entfernte Gebiete oder Gebiete die schlecht mit dem ÖPNV zu erreichen sind, durchgeführt werden. Dadurch war es möglich in verschiedenen Gruppen zu wandern, je nach Leistungsfähigkeit und Interesse. Dies wurde von den Mitwanderern sehr geschätzt. Auch wenn die Wanderstrecken bei den Ganztageswanderungen aufgrund des zunehmenden Alters der Mitwanderer in den letzten Jahren zurückgegangen sind, bewegen diese sich heute weiterhin bei ca. 15-17 Kilometern für die Ganztageswanderer und auf ca. 10-12 Kilometern bei den Genusswanderern.

Auch standen über viele Jahre Mehrtageswanderungen auf dem Programm. Beispielhaft sei hier eine Mehrtageswanderung aus dem Jahre 1972 in die Rhön erwähnt, bei der bereits die Busfahrt ein „besonderes“ Erlebnis war.

Im Laufe der Jahre bildete sich ein Stamm von erfahrenen und versierten Wanderführerinnen und Wanderführern die oft auch mehrmals im Jahr die Leitung von Wanderungen übernommen haben. Besonders hervorzuheben ist hier der langjährige 2. Vorsitzende Manfred Hahnefeld (Foto, Screenshot VRM), der in der Mainzer Neustadt wohnt und neben vielen Tageswanderungen seit langen Jahren einmal im Monat die beliebte Seniorenwanderung vorbereitet und durchführt. Hier treffen sich regelmäßig ca. 15-25 Wanderfreunde zu einer 5-7 Kilometer langen Wanderung in der näheren Umgebung von Mainz verbunden mit einem abschließenden Einkehrschwung.

Seit vielen Jahren nimmt der Zweigverein auch die Deutschen Wandertage zum Anlass für eine Wanderwoche im jeweiligen Wandertagsgebiet. Dort werden ausgedehnte Wanderungen unternommen und auch an diversen Veranstaltungen des Wandertages teilgenommen.  

Heute hat der Zweigverein rund 60 Mitglieder. Leider konnte in den letzten Jahren ein Rückgang der Mitgliederzahlen nicht vermeiden werden. Die Gründe sind der zunehmende Altersdurchschnitt der Mitglieder und eine nachlassende Bindung zu Vereinen. Ferner ist es in einer Großstadt wie Mainz schwierig, als relativ kleiner Verein präsent zu sein.  

Der VHC-Mainz versucht dem entgegenzuwirken, u.a. durch den Internetaufftritt unter vhcmainz.de

(Fotos: VHC-Mainz)


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Termine der Woche

Alle (uns vorliegenden) Veranstaltungshinweise finden Sie ausführlich auf unserer Veranstaltungsseite und unter Veranstaltungen mit Anmeldung

Beachten Sie bitte auch die Seiten mit den wöchentlichen Terminen und den Ausstellungen.

Hier ein Überblick der Termine dieser Woche in Kurzfassung:

Führungen:
  • Auf Nachtwache in Mainz - Unterwegs mit dem Gewaltboten
  • Hinter Schloss und Riegel - Gefängnisse in Mainz
  • Die Römer in Mainz - Eindrucksvolle Zeugnisse römischer Kultur
  • Literarisches Mainz
  • Aurea Moguntia - Mainz im Mittelalter
Außerdem:
  • Uraufführung: MY HUSBAND WAS AN ARTIST - ein Liederzyklus für Joseph Beuys
  • rheintreu - HOUSE.DISCO.ETC. im "Schick & Schön"
  • KinderKirche um halb zwölf
  • Texturen - Ausstellung vom 17.10. – 02.12.2021 in den Schaufenstern des Allianzhauses
  • "Que(e)rflug. Von der Lebens-Wandlung eines schwulen Vaters" -
    Lesung und Gespräch mit dem Autor Samuel Coenigsberg
  • Killed By Death (Klein Aber Schick-Konzert)
  • Mädchentreff: Pimp the Treff
  • Kostenlose Online-Kurse zum Thema Pflege - IKK Südwest startet Vortragsreihe für Angehörige und Betroffene
  • Kino am Mittwoch: Die Wunde (
    Südafrika/D/NL/F 2017, 85 Min., OmU)

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Die Presseumschau - Nachrichten aus der Neustadt
Hinweis: - Dieser Artikel ist nur gegen Zahlung oder als AZ-Abonnent zu lesen.

(Foto: SPD Mainz)
SPD-Mainz: Erik Donner neuer verkehrspolitischer Sprecher
Der 33-jährige Digitalexperte und langjährige Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Mainz-Neustadt rückt für Corinne Herbst nach, die aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen ihr Mandat niederlegt - BYC-News

(Foto: Ralph Keim)
Arbeiten mit Aha-Effekt
Im Stadtteilbüro der Sozialen Stadt wird eine sehenswerte Ausstellung mit Arbeiten der Illustratorin und Künstlerin Anastasia Loladze gezeigt - LZ Lokale Zeitung


Wie es um die Mainzer „Kulturbäckerei“ steht
Noch immer fehlt ein Träger für das geplante soziokulturelle Zentrum in der alten Kommissbrotbäckerei. Der Ortsbeirat Neustadt sorgt sich um das Projekt „Kulturbäckerei“ - AZ Mainz

(Foto: hbz/Jörg Henkel)
Distanz und Nähe in der Mainzer Kunsthalle
Die Gruppenausstellung „Eins Komma Fünf“ befasst sich mit Themen, die uns während der Corona-Pandemie als lebensbestimmende Faktoren aufgezwungen wurden - AZ Mainz

(Archivfoto: hbz/Alexander Sell)
Schott will mit superhartem Glas den Handy-Markt aufmischen
Für sein neues extrem hartes Display-Glas hat das Mainzer Unternehmen einen der größten Smartphone-Hersteller der Welt an Land gezogen. Aus welcher Höhe das Glas Stürze überlebt - BYC-News - AZ Mainz

(Foto: Ralf Keinath)
Bus fährt in Straßenbahnhaltestelle
Ein Bus der Mainzer Mobilität (MM) hat am Montagabend Teile der Straßenbahnhaltestelle an der Ecke Rheinallee/Kaiser-Karl-Ring beschädigt. Verletzt wurde niemand - Merkurist


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Blaulicht - Pressemeldungen von Polizei und Feuerwehr
Spiegel abgetreten, Täterin gestellt
Nach einer Sachbeschädigung an einem geparkten Pkw im Barbarossaring, konnte am Freitagmorgen (08.10.2021) die Täterin gestellt werden. Aufmerksame Zeugen meldeten gegen 08:00 Uhr, dass eine Frau den Außenspiegel eines Fahrzeugs abgetreten habe und in Richtung Bismarckplatz geflüchtet sei. Von einer Funkstreife der Polizeiinspektion Mainz 2, konnte die von den Zeugen beschriebene Frau an einer Straßenbahnhaltestelle gesichtet und kontrolliert werden. Die 37-jährige Frau versuchte im Laufe der Kontrolle gegen die eingesetzte Polizeibeamtin und den Polizeibeamten zu schlagen und biss dem Beamten in den Arm. Der Frau mussten Handschellen angelegt werden. Im weiteren Verlauf der Kontrolle stellten die Polizeibeamten weitere Verhaltensauffälligkeiten bei der 37-Jährigen fest, weshalb sie im Anschluss in eine Klinik eingeliefert wurde.  

Einbruch in Restaurant- Zeugenaufruf
In der Nacht von Samstag auf Sonntag (10.10.2021) kam es in der Mainzer Innenstadt zu einem Einbruch in ein Restaurant in der Schießgartenstraße. Der oder die bislang unbekannten Täter verschafften sich durch die Fenster im rückwärtigen Gebäudebereich Zutritt zu den Räumlichkeiten des Restaurants. Dort entwendeten sie u.a. den Tresor des Geschäftes. Der Schaden wird derzeit auf einen mittleren dreistelligen Bereich geschätzt. Die Mainzer Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Wer sachdienliche Hinweise zu dem genannten Fall geben kann, wird gebeten sich mit der Kriminalpolizei Mainz unter der Rufnummer 06131/ 65-3633 in Verbindung zu setzen.  


Tipps und Informationen

Videosprechstunde beim Arzt: Immer eine gute Alternative?  
Mit einem Magen-Darm-Infekt, hämmernden Migräne-Kopfschmerzen oder wegen Begutachtung einer Operationswunde im Wartezimmer des Arztes zu sitzen, ist sowohl für Erkrankte als auch für andere Patienten oft eine Tortur. Eine Alternative bietet die Videosprechstunde. Gerade in Pandemie-Zeiten ist sie verstärkt genutzt worden. Wann eine virtuelle Sprechstunde sinnvoll ist und wo die Grenzen sind, weiß Carsten Sellmer, Gesundheitsexperte der IDEAL Versicherung. Über die technischen Voraussetzungen und die Datensicherheit informiert Percy Wippler, Digitalexperte der IDEAL Versicherung.

Videosprechstunde oder Praxisbesuch?
Eine virtuelle Sprechstunde beim Arzt empfiehlt sich, wenn es in erster Linie um eine Beratung geht oder es sich um einen Kontrolltermin handelt. Psychotherapeutische Sitzungen sind vor Laptop, Tablet oder PC ebenfalls möglich. Und wenn für die Nachsorge nach einer Operation ein Gespräch ausreicht, kann der Patient ebenfalls zu Hause bleiben, sich schonen und vermeiden, unter Umständen im Wartezimmer einen Infekt aufzuschnappen. „Sofern möglich, kommt der Arzt am Ende der virtuellen Sprechstunde zu einer Diagnose, stellt Rezepte und, wenn notwendig, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für maximal sieben Tage aus“, ergänzt der IDEAL Gesundheitsexperte. Bei umfangreichen körperlichen Untersuchungen, einer Blutabnahme oder etwa einem Ultraschall ist ein Praxisbesuch jedoch unvermeidbar.

Welche technischen Voraussetzungen sind notwendig?
Wer mit seinem Arzt über Video sprechen möchte, benötigt folgende technischen Voraussetzungen:
  • Eine stabile Internetverbindung
  • Ein Gerät mit einem Display oder einem Monitor, also Computer, Laptop, Tablet oder Smartphone
  • Eine Webcam sowie ein Mikrofon beziehungsweise einen Lautsprecher.
Der Digitalexperte der IDEAL rät zudem, auf eine ruhige Umgebung zu achten, damit sich der Patient auf das Gespräch konzentrieren kann. Eine gute Beleuchtung ist ebenfalls wichtig, vor allem, wenn der Arzt beispielsweise Flecken auf der Haut oder ähnliches begutachten muss.

Vereinbarung und Ablauf einer Videosprechstunde
Wer sich grundsätzlich für eine Videosprechstunde interessiert, sollte sich bei seinem Arzt danach erkundigen und schon im Vorfeld die Aufklärung über den Datenschutz und die Einwilligungserklärung unterzeichnen. So kann es im akuten Fall ohne bürokratische Hindernisse losgehen. Vereinbart der Patient dann einen Videosprechstundentermin, erhält er mit der Terminbestätigung per E-Mail oder SMS die notwendigen Zugangsdaten für den Videodienstleister. Die Einwahl zum Termin muss für den Patienten ohne Registrierung beziehungsweise ohne Kundenkonto beim Videodienstanbieter möglich sein. „Der Arzt greift dabei auf einen Anbieter zurück, der von der Kassenärztlichen Vereinigung hinsichtlich der Einhaltung der Anforderungen an den Datenschutz und die Informationssicherheit als zertifiziert gilt“, so Percy Wippler. Zum Datenschutz gehört auch, dass weder Arzt noch Patient die Sprechstunde aufzeichnen dürfen. Ausnahme: Falls Bilder beispielsweise eines Hautausschlags oder einer Wunde notwendig sind, kann der Arzt Screenshots machen und diese für die Patientenakte aufbewahren. Der Digitalexperte rät Patienten zudem, sich bereits ein paar Minuten vor dem Termin einzuwählen und die Gesundheitskarte bereitzuhalten. Denn möglicherweise muss diese zunächst überprüft werden. Übrigens: Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten für die Videosprechstunde. Privatversicherte sollten bezüglich der Kostenübernahme bei ihrer Versicherung nachfragen.


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Genug Betrug: Identitätsdiebstahl
Das Landeskriminalamt und die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz geben Handlungsempfehlungen bei Datenmissbrauch


(ots) - Rechnungen für angeblich bestellte Ware, unberechtigte Inkassoforderungen oder unerklärliche Abbuchungen vom Bankkonto können ein Indiz dafür sein, dass die eigene Identität von Betrügern missbraucht wird. Die Täter ergaunern persönliche Daten wie Name, Geburtsdatum, Anschrift, Kreditkarten- oder Kontonummern, um auf fremde Kosten Verträge zu schließen.

Die Betrüger gelangen über Phishing-Mails oder Datenlecks bei großen Anbietern an die sensiblen Verbraucherdaten. Deshalb sollte vorsichtig mit Passwörtern, PINs, Bankverbindung oder Kreditkartendaten umgegangen werden.

Typischer Beispielfall:

Eine Verbraucherin hat noch nie etwas im Internet bestellt. Nicht einmal eine E-Mail-Adresse besitzt sie. Umso erstaunter ist sie, als ein Inkassounternehmen die Bezahlung mehrerer Online-Bestellungen von ihr verlangt. Die Täter benötigten lediglich den Namen und die Adresse, um Waren zu bestellen, die sie dann beim Postzusteller abfingen. Da die Bestellungen auf Rechnung getätigt wurden und die Verbraucherin keine Kenntnis von den Rechnungen hatte, beauftragte der Online-Shop ein Inkassounternehmen damit, die Kaufpreise einzutreiben.

Anlässlich des "European Cyber Security Month" geben das Landeskriminalamt und die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz Tipps, wie man sich im Falle eines Identitätsdiebstahls verhalten soll:
  • Die Hausbank sollte umgehend informiert werden. Die betroffenen Konten und/oder Karten sollten sicherheitshalber gesperrt werden (Sperr-Notruf 116 116).
  • Wer den Verdacht hat, Opfer eines Identitätsdiebstahls geworden zu sein, sollte den Betrugsfall der Polizei melden. Das geht zum Beispiel bei der Internetwache des jeweiligen Bundeslandes und in Rheinland-Pfalz unter: www.polizei.rlp.de/de/onlinewache
  • Die Passwörter der betroffenen Accounts sollten durch sichere Passwörter ersetzt werden.
  • Der Identitätsdiebstahl sollte bei der Schufa und anderen Auskunfteien gemeldet werden.
  • Unberechtigte Abbuchungen sollten durch die Bank beziehungsweise das Kreditkarteninstitut zurück gebucht werden.

Sollten sich anschließend Inkassounternehmen mit Zahlungsaufforderungen melden, kann mit einem Musterbrief https://www.verbraucherzentrale.de/sites/default/files/2020-09/Musterbrief_Identitaetsdiebstahl_0.pdf ) der Verbraucherzentrale der Forderung widersprochen werden.

Weitere Informationen zum Nachlesen gibt es zudem auf den Internetseiten der Verbraucherzentrale
www.verbraucherzentrale-rlp.de/wissen/digitale-welt/datenschutz/welche-folgen-identitaetsdiebstahl-im-internet-haben-kann-17750

und der Polizei
www.polizei.rlp.de/de/aufgaben/kriminalitaet/kriminalitaetsbekaempfung/cybercrime/rund-um-cybercrime/handlungsempfehlung-identitaetsdiebstahl

www.polizei-beratung.de

www.cybersicherheit-rlp.de

Prostitution und sexualisierte Gewalt
Frauennotruf veröffentlicht Informationsmaterialen für Sexworker*innen

Um das Thema Prostitution werden viele Debatten geführt, es gibt Befürworter*innen aber auch Kritiker*innen und die Diskussionen um beispielsweise die Strafbarkeit von Prostitution reißen nicht ab. Ein wichtiges Thema wird in diesen Debatten jedoch selten erwähnt: die Betroffenheit der Prostituierten - Sexworker*innen - von sexualisierter Gewalt.  

Die Arbeitsbedingungen von Prostituierten - Sexworker*innen - sind häufig sehr prekär und bieten somit kaum oder gar keinen Schutz vor sexualisierter Gewalt. Viele Personen gehen davon aus, dass sexualisierte Übergriffe als sog. ‚Berufsrisiko‘ für Sexworker*innen gelten. Hier widerspricht der Frauennotruf als Fachstelle zum Thema Sexualisierte Gewalt: „Sie haben – wie jede andere Person - das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und dieses gilt auch während ihrer Arbeitszeit. Einverständnis über sexuelle Handlungen geht über eine Geschäftsbeziehung hinaus. Jede nicht einverständliche und somit auch nicht von einem Geschäftsvertrag abgedeckte sexuelle Handlung ist sexualisierte Gewalt,“ betont Emma Leonhardt. Studien zeigen, dass Sexworker*innen oft von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Margrit Brückner und Christa Oppenheimer geben in ihrer Studie „Lebenssituation Prostitution“ von 2006 an, dass 46% der befragten Sexworkerinnen bereits mehrfach vergewaltigt wurden. Durch die erhöhte Betroffenheit ist es wichtig, dass auch Sexworker*innen niedrigschwellige Unterstützungsangebote finden können, wenn sie einen Übergriff erlebt haben. Um diesen Weg zu vereinfachen, hat der Frauennotruf nun Informationsmaterial in zwei weitere Sprachen übersetzt.  

„Uns ist es wichtig, dass alle von sexualisierter Gewalt betroffene Frauen den Weg zu uns finden, die Sprache darf hier kein Hindernis sein. Deswegen gibt es nun auch neben den bereits vorhandenen Sprachen Englisch, Französisch, Türkisch, Arabisch und Persisch auch Informationsmaterial in Bulgarische und Rumänisch,“ so Emma Leonhardt.  

Die Fachstelle hofft auch auf die Unterstützung der zuständigen Ämter und Multiplikator*innen die Informationsmaterialen dort zu verteilen wo es nötig ist. Die neuen Materialen wurden finanziert durch die Spende von der Marke Herzgut und sind im Frauennotruf erhältlich.

Als Fachstelle zum Thema sexualisierte Gewalt berät und unterstützt der Frauennotruf Mainz e.V. von sexualisierter Gewalt betroffene Frauen und Mädchen ab 14 Jahren sowie deren Bezugspersonen und Fachkräfte.   
Durch ihre Arbeit wissen die Mitarbeiterinnen, dass jede Person von sexualisierter Gewalt betroffen sein kann, ungeachtet ihres Geschlechts, ihrer Herkunft oder Profession.  

Text: Emma Leonhardt, Frauennotruf Mainz e.V.

Venenthrombose: Frauen besonders gefährdet
Bei einer Thrombose gerinnt das Blut und bildet Blutgerinnsel, die das Blutgefäß verstopfen: Ein Gefäßverschluss entsteht. Dies geschieht in etwa 90 Prozent der Fälle in den Bein- und Beckenvenen. Dr. Elke Lenz, Ober- und Fachärztin für Chirurgie und Gefäßchirurgie im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier: „Das Hauptrisiko einer akuten tiefen Beinvenenthrombose ist eine Lungenembolie, bei der das Blutgerinnsel zur Lunge wandert. Die Inzidenz einer tiefen Beinvenenthrombose liegt bei 40-180 pro 100.000 Einwohner jährlich, die Inzidenz einer Lungenembolie bei 100-200 pro 100.000 Einwohner jährlich. Dabei ist die Dunkelziffer sehr hoch.“

Frauen erkranken deutlich öfter an einer Thrombose
Laut Auswertung unter den Versicherten der IKK Südwest sind zwischen 2015 und 2021 in allen Altersklassen und Regionen mehr Frauen betroffen gewesen als Männer: Ein Grund dafür könnte der häufigere Gebrauch der Pille und anderer Hormon-Präparate sein, denn diese Hormone beeinflussen auch die Gerinnungsfähigkeit des Blutes. Grundsätzlich steigt das Risiko für eine tiefe Beinvenenthrombose oder eine Lungenembolie mit zunehmendem Alter. Weitere Risikofaktoren sind längere Bettlägerigkeit nach größeren Operationen, schwere Begleit- und aktive Tumorerkrankungen. Allerdings können auch junge Menschen eine Lungenembolie im Zusammenhang mit einer tiefen Beinvenenthrombose erleiden. Zudem sind bei jüngeren Patientinnen und Patienten die Langzeitfolgen – dauerhafte Schäden am Venensystem, an Organen oder am Lungengewebe sowie psychische Leiden – unter Umständen gravierender.

Auf erste Anzeichen achten
„Typische Anzeichen einer tiefen Beinvenenthrombose sind Schwellungen/Ödeme, Schmerzen, Spannungsgefühle, eine dunkel-bläuliche Verfärbung und eventuell eine vermehrte Venenzeichnung. Allerdings können diese Symptome auch fehlen, insbesondere bei bettlägerigen Patientinnen und Patienten oder Vorliegen von Lähmungen“, weiß Dr. Lenz. „Daher ist es umso wichtiger, die Signale des Körpers nicht zu ignorieren und bei auftretenden Symptomen zu Ärztin oder Arzt zu gehen.“

IKK-Südwest-Vorstand Prof. Dr. Jörg Loth: „Zu unseren Aufgaben als regionale Krankenkasse gehört es auch, Aufklärungsarbeit zu leisten. Es ist uns wichtig, auf die Gefahren einer Thrombose aufmerksam zu machen und für das Thema zu sensibilisieren, denn nicht nur Menschen im fortgeschrittenen Alter sind betroffen. Und es gibt gute Präventionsmöglichkeiten: Während sich einige Risikofaktoren, wie zum Beispiel das Lebensalter, nicht oder oft nur wenig beeinflussen lassen, kann man durch eine gesunde Lebensweise mit regelmäßiger Bewegung schon viel zum Schutz vor einer Thrombose-Erkrankung tun.“

Regelmäßige körperliche Aktivität – es muss kein Sport sein – sind sehr wirkungsvoll. Schon ein Spaziergang hilft. Zur Vorbeugung empfiehlt Dr. Lenz weiterhin: „Wer viel sitzt, sollte regelmäßig aufstehen und wenn dies nicht möglich ist, die Füße im Sprunggelenk regelmäßig beugen und strecken. Unterstützt werden kann der Effekt durch Kompressionsstrümpfe. Spritzen zur Thromboseprophylaxe, beispielsweise bei langen Flugreisen, sind nur selten erforderlich.“

Spricht man allgemein von einer Thrombose, meint man in den meisten Fällen eine tiefe Beinvenenthrombose. Das Hauptrisiko: eine Lungenembolie. Eine Auswertung unter den IKK-Versicherten in den Regionen Saarland, Hessen und Rheinland-Pfalz zeigt, dass beispielsweise im Jahr 2020 27 Prozent mehr Frauen von einer Thrombose betroffen waren als Männer. Gefährdet sind dabei nicht nur ältere Menschen: Nach Kenntnis der IKK Südwest litten in den vergangenen Jahren durchschnittlich 12 Prozent der Patientinnen und Patienten im Kinder-, Jugend- und jungen Erwachsenenalter an einer Thrombose.

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