Seite 1 - Mainzer Neustadt-Anzeiger

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Brücken bauen in eine bessere Zukunft
We-care-Mainz berät junge Menschen in schwierigen Lebenslagen



(tl) Denis, 19 Jahre alt, hat kein Zuhause mehr. Er kann und will nicht mehr bei seiner suchtkranken Mutter weiterleben. Ohne Ausbildungsplatz oder Arbeit lebt er auf der Straße, wenn ihn seine Freundinnen und Freunde nicht aufnehmen können. Ohne Wohnung und Meldeadresse ist ihm der Zugang zum Jobcenter verwehrt, bei dem er einen Antrag auf Arbeitslosengeld II stellen könnte.

So oder so ähnlich ergeht es immer mehr jungen Menschen. Viele leben in schwierigen familiären Verhältnissen, erfahren Gewalt, haben psychische Probleme. Sie finden den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt nicht, tauchen ab und sind nicht mehr erreichbar für die zur Verfügung stehenden Hilfssysteme. Abgehängt und ohne Perspektive landen sie in einer persönlichen Sackgasse und driften manchmal sogar in ein kriminelles Milieu ab.

So unterschiedlich die Lebenssituationen dieser jungen Menschen sind, gemeinsam ist allen, dass eine individuelle Förderung und kontinuierliche Beratung notwendig wäre, um einen Weg aus dieser Sackgasse zu finden.

Und genau hier kommt das Caritas-Projekt we-care-Mainz ins Spiel. Es richtet sich an Mainzer Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 25 Jahren. Das Förderprogramm wird von der Landeshauptstadt Mainz und dem Jobcenter finanziert und ist für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kostenlos.

„Wir kommen zu euch“ – das we-care-Mobil vor Ort
Nicht verschanzt in einem Beratungsbüro, sondern dort, wo sich die Jugendlichen aufhalten, sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem we-care-Mobil unterwegs. Jeden Tag montags bis freitags in einem anderen Stadtteil und immer zu zweit. Das we-care-Mobil ist ein kleiner Transporter, der mit WiFi, Computer und Drucker ausgestattet ist, Platz für Beratung und Betreuung bietet. Im Instagram-Kanal von we-care-Mainz steht immer aktuell, wann und wo es im Stadtteil anzutreffen ist.

Dienstags  tourt  „Stadtteilpatin“  Steffi Wüstner durch die Mainzer Neustadt. „Wir gehen auf die jungen Menschen zu, stellen uns und unser Projekt vor, verteilen Infomaterial und stehen auch gern für Beratungsgespräche zur Verfügung. Viele haben es ja noch nie erlebt, dass man sich Zeit für sie nimmt, dass sie im Mittelpunkt stehen und man sie ernst nimmt mit allem, was sie mitbringen. Da spüren wir oft große Dankbarkeit.“ berichtet sie. „Wir möchten durch unseren persönlichen Kontakt Vertrauen aufbauen und so den Zugang der Jugendlichen zu einer weitergehenden individuellen Beratung und Betreuung erleichtern.“

Und diese findet im Beratungs- und Jugendhilfezentrum St. Nikolaus der Caritas Mainz, zentral in der Innenstadt in der Lotharstraße 11-13 gelegen, statt. In den hellen, großzügigen Räumlichkeiten arbeitet das sechsköpfige Team, dem auch ein Psychologe angehört. Im ersten Schritt finden sie heraus, wie die individuelle  Situation  aussieht  und  welche Möglichkeiten es zur Problemlösung gibt. Es entsteht ein Förderplan. Die weiteren Schritte gehen sie dann gemeinsam und sie sind für jeden unterschiedlich.

Das Team berät, unterstützt bei der Bewältigung des Alltags, ebnet den Weg durch den Behördendschungel, vereinbart Termine und begleitet die Teilnehmenden zum Teil auch dorthin.

Gemeinsam werden Anträge und Unter lagen ausgefüllt. Mehrere Computerarbeitsplätze mit Druckern können genutzt werden, um beispielsweise Bewerbungsunterlagen zu erstellen oder Briefe zu schreiben. Auch Duschen, Wäsche waschen und trocknen, sogar etwas kochen – all das ist hier möglich.

Brücken bauen in eine bessere Zukunft
Projektleiter Marius Rathke: „Wir als Caritas verfügen über ein umfassendes Netzwerk zu Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten. Wir sind mit allen städtischen Einrichtungen, dem Jobcenter, den berufsbildenden Schulen und der Jugendberufsagentur verbunden und können deshalb die Kontaktaufnahme unserer Teilnehmenden passgenau aktiv unterstützen und begleiten. Wir bauen die Brücke zur benötigten Hilfe und damit auch zur Selbsthilfe.

Es ist uns wichtig, dass junge Menschen eine Perspektive erhalten. Wir sagen: Du bist kein Verlierer, sondern jemand, der wertvoll ist für uns – auch mit allen Problemen. Die persönlichen Stärken und Fähigkeiten erkennen und auch nutzen mit dem Ziel, am Ende auf eigenen Füßen zu stehen, selbstbestimmt den eigenen Weg gehen zu einem Leben mit guten Zukunftsaussichten, einer sinnstiftenden Arbeit und einem zufriedenen Dasein. Das liegt uns am Herzen.“

We-care-Mainz
Caritasverband Mainz e.V.
Instagram: we_care_mainz
Telefonsprechstunde:
Di. und Do. von 14 bis 16 Uhr
unter 06131 90746-23
Stadtteilpatin Steffi Wüstner: 0171 9128923

Beratungs- und Jugendhilfezentrum
St. Nikolaus
Projektleitung Marius Rathke
Lotharstraße 11 – 13
55116 Mainz
Tel.: 06131 90746-0

NeustART ‒  Kunst im Stadtteilbüro
Im Stadtteilbüro geht es mit dem Projekt „NeustART“ in die zweite Runde.

Im letzten Quartal des Jahres 2021 präsentiert Anastasia Loladze ihre Kunst in den Räumlichkeiten der Sozialen Stadt, Sömmerringstraße 35.

Nachdem von Juli bis Oktober Lena Blaha ihre farbenfrohen Porträts ausgestellt hat, geht es jetzt mit Graphiken und Illustrationen weiter. Anastasia Loladze ist studierte Illustratorin und Grafikdesignerin. In Russland geboren lebt sie jetzt in der Neustadt und legt den Fokus ihrer Arbeit auf den Alltag.

Unter dem Motto „Alltag ist nicht grau“ präsentiert sie ihre Arbeiten im Stadtteilbüro Soziale Stadt Neustadt von Oktober bis Dezember 2021.

„Inspiration für meine Arbeit erhalte ich von den Menschen, die mir begegnen“, sagt Anastasia. Mit ihren Illustrationen erzählt sie Dinge, die oft unsichtbar bleiben. Mit einer Note von Humor und Nostalgie beschäftigt sie sich mit dem Alltag als Quelle des wahren Lebenssinns.

Ab Januar 2022 darf dann eine neue Künstlerin oder ein neuer Künstler die eigenen Werke präsentieren. Wer sich für diese Gelegenheit interessiert, kann sich weiterhin gerne beim Quartiermanagement melden und etwas über sich und seine Kunst erzählen.

Wenn es die aktuelle Lage zulässt, wird es in Absprache mit dem Quartiermanagement Besuchstermine für Interessierte geben.

Künstlerin

Kontakt
Quartiermanagement Mainz-Neustadt
Tel.: 06131-12 4115

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