Seite 2 - Mainzer Neustadt-Anzeiger

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April 2020
Barrierefreies Wohnen
So profitieren Sie von Zuschüssen und Förderprogrammen beim Umbau

(rei) In den eigenen vier Wänden bis ins hohe Alter leben, das wollen viele Mieter und Eigentümer. In der Neustadt sind aufgrund des Zweiten Weltkrieges viele Häuser in den 1950er Jahren entstanden. Damals machte sich keiner über altersgerechtes und barrierefreies Wohnen Gedanken. Wer heute seine Wohnung umbauen möchte, kann auf verbilligte Kredite und Zuschüsse hoffen.

Wo die Gelder winken
Zinsgünstige Darlehen sowie Zuschüsse bieten das Land Rheinland-Pfalz mit seiner Förderbank ISB, die staatliche Förderbank KfW und die Pflegekassen. Welche Fördermittel es wo gibt, hängt von der jeweiligen Situation des Antragstellenden ab. Manchmal lassen sich auch verschiedene Fördermöglichkeiten kombinieren.

Zuschuss oder Darlehen
Bei der ISB gibt es Darlehen und Tilgungszuschüsse. So wird zum Beispiel die Modernisierung von selbst genutztem Wohneigentum gefördert. Ein Darlehen für einen 4-Personen-Haushalt ist bis 60.000 Euro möglich, wenn bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden.

Bei der staatlichen Förderbank KfW gibt es finanzielle Hilfe für den Umbau, aber man muss sich entscheiden. Es gibt entweder ein verbilligtes Darlehen oder aber einen Zuschuss. Der Kredit der KfW aus dem Programm „Altersgerecht Umbauen“ kann bis zu 50.000 Euro betragen, bei einem effektiven Jahreszins von derzeit 0,78 Prozent. Ein Investitionszuschuss dagegen ist bis zu einem Betrag von 6.250 Euro möglich. Dieses Geld muss nicht zurückgezahlt werden. In jedem Fall wird zunächst überprüft, ob die Voraussetzungen für eine Förderung gegeben sind.

Auch bei der Pflegekasse können Pflegebedürftige, die Leistungen aus der Pflege versicherung beziehen, Zuschüsse beantragen. Bereits ab Pflegegrad 1 gibt es Geld für Hilfsmittel. Außerdem beteiligt sich die Pflege versicherung an Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfelds, also Umbauten im und am Haus für ein barrierefreies Wohnen. Der Zuschuss beträgt bis zu 4.000 Euro pro Maßnahme.

Letztlich bleiben auch noch die Rehabilitationsträger, wie die gesetzlichen Unfall- und Rentenversicherungen oder Träger von Sozialhilfe, die Kosten für den Umbau übernehmen können.

Voraussetzungen
Chancen auf eine Förderung hat nur, wer die Wohnung umbauen möchte, in der er auch wohnt. Ziel des Umbaus muss sein, den Gebrauchswert der Wohnung nachhaltig zu erhöhen, die allgemeinen Wohnverhältnisse auf Dauer zu verbessern, barrierefreies Wohnen zu ermöglichen, die Beheizung und Wasser erwärmung durch die Nutzung alternativer und regenerativer Energien zu ermöglichen oder aber weniger Wasser und Energie zu verbrauchen. Oft gelten auch noch bestimmte Einkommensgrenzen.

Hier gibt es Auskunft
Bei den unterschiedlichen Fördermöglichkeiten mit jeweils anderen Voraussetzungen ist es nicht leicht, durchzublicken. Aber es gibt Hilfe. Erster Ansprechpartner bei Umbauwünschen sollte die Wohnberatungsstelle sein, die in Mainz bei der Verbraucherzentrale in der Seppel-Glückert-Passage 10 angesiedelt ist. Auch die Landeszentrale für Gesundheits förderung Rheinland-Pfalz e.V. in der Hölderlinstraße 8 hilft weiter. Die Anträge für eine Förderung müssen in jedem Fall vor dem Auftrag an die Baufirma gestellt werden.

Landesberatungsstelle Barrierefrei,
Bauen und Wohnen:

Landesberatungsstelle Neues Wohnen
Rheinland-Pfalz: www.lzg-rlp.de

Bundesarbeitsgemeinschaft
Wohnungsanpassung e.V.:

Barrierefrei Leben e.V.:
Pyramide mit Bauch
Vergleichsweise wenig alte und junge Menschen leben in unserem Stadtteil

(rei) Aus den aktuellsten Statistikdaten der Stadt Mainz von Ende Oktober 2019 für unseren Stadtteil lassen sich interessante Infor mationen ablesen. Etwa dass zu diesem Zeitpunkt drei Mitbewohnerinnen älter als 100 Jahre waren, die älteste schafft es auf 103. Die Altersverteilung in Form einer Pyramide hat einen schmalen Fuß, die Jugend unter 20 Jahren ist wenig vertreten. Die meisten Einwohner sind zwischen 25 und 35 Jahre alt. Insgesamt wurden zu dem Stichtag 29.413 Einwohner gezählt, Tendenz steigend. Die Neustadt ist damit der bevölkerungsreichste Stadtteil von Mainz.

Die Sozialraumanalyse der Stadt Mainz von 2017 vergleicht die Stadtteile untereinander. So ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren demnach mit 11,8 Prozent leicht unterdurchschnittlich. Weiter heißt es: „Dies spiegelt sich ebenfalls in einem leicht unterdurchschnittlichen Anteil an Haushalten mit Kindern wider (11,1 %). Der Anteil der älteren Einwohner ab 60 Jahren (15,7 %) ist ebenfalls unterdurchschnittlich. In der Neustadt leben überdurchschnittlich viele Einwohner mit Migrationshintergrund (38,6 %) und ausländische Einwohner (23,7 %).“ Und die Neustädter bleiben ihrem Stadtteil treu, viele wohnen fünf Jahre und mehr hier, das ist länger als in anderen Stadtteilen.

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