Seite 2 - Mainzer Neustadt-Anzeiger

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Eine fast normale Schule“
Die Neustädterin Sophie Blu veröffentlicht ihr erstes Buch

(ab) „Ein Kinderbuch schreiben? Daran habe ich lange gar nicht gedacht, obwohl ich gern mit Gedanken und Worten spiele“, erklärt die Autorin, die unter dem Pseudonym Sophie Blu gerade ihr erstes Kinderbuch herausgebracht hat. Im Hauptberuf ist sie Professorin für Soziologie in Mainz und hat zahlreiche wissenschaftliche Texte in ihrem Fachgebiet veröffentlicht. Wie also kam sie auf die Idee, für Kinder zu schreiben?

Die Motivation, sich Geschichten für Kinder auszudenken, hatte sie nach der Geburt ihres Sohnes im Jahr 2012. In der Corona-Zeit dann, in der die Kontakte zu ihren Studierenden eingeschränkt waren, hat sie sich „einfach hingesetzt und alles aufgeschrieben“. Von Anfang an hat sie im Freundeskreis den Kindern zwischen acht und zwölf Jahren ihre Geschichten zum Lesen und Kommentieren gegeben. Die phantasievollen und einfallsreichen Reaktionen und Anregungen, die sie zurückbekam, haben sie ermutigt weiterzumachen.

Das große Geheimnis
In ihren Erzählungen greift Sophie Blu Themen auf, die, wie sie es formuliert, „im Kinderleben mindestens so große Bedeutung haben wie im Erwachsenenleben: Wie komme ich mit Menschen ‒ oder allgemeiner: mit Wesen ‒ zurecht, die anders sind als ich?“ Das ist denn auch die zentrale Frage, um die es in jener fast normalen Schule geht, die übrigens in der Nähe der Grünen Brücke in der Neustadt liegt.

Ganz alltäglich und unspektakulär beginnt die Geschichte von Carla, Lou, Kris und Elio, bis sie in ihrer Schule etwas schier Unglaubliches entdecken. Nicht einmal im Entferntesten können sie ahnen, dass sie auf ein Geheimnis stoßen, das ihr Schulleben völlig verändern wird …

„Wachsende Freundschaft, rätselhafte Erlebnisse, große Risiken und Entscheidungen, die mit viel Verantwortung getroffen werden wollen ‒ vor all dem steht diese Gruppe von befreundeten Kindern, die die Hauptfiguren meines Buches sind“, erklärt die Autorin. „Sie stolpern in ein aufregendes Abenteuer, in dem sie feststellen, dass Erwachsene und Kinder ganz ähnliche Probleme haben können. Und dass Kinder auch Erwachsenen bei der Lösung helfen können.“ So entwickelt sich eine Geschichte mit spannenden Überraschungen und Erkenntnissen. Und für ihr nächstes Buch hat sie bestimmt auch schon eine Menge Ideen.
Wo Kinder persönlich wachsen können
Karate für den Nachwuchs in der Mainzer Neustadt

(am) Im neu gebauten Quartier des Zollhafens, direkt an der Rheinallee, gibt es zwischen Bio-Supermarkt und dänischem Einrichtungshaus seit rund einem Jahr eine Karate-Schule für Kinder und Jugendliche. Kick-Point heißt die Kampfkunst-Akademie. Nach einem Inhaberwechsel wird sie aktuell von Stefan Jentzsch betrieben. Der rührige Unternehmer führt schon seit mehreren Jahren fünf andere Kick-Point-Schulen im Rhein-Main-Gebiet, unter anderem in Wiesbaden und Groß-Gerau. Als sich ihm die Chance bot, das Studio an der Rheinallee zu übernehmen, griff er gerne zu. Zum Zeitpunkt unseres Gesprächs Mitte November 2023 war er gerade ein paar Wochen am Mainzer Standort und mitten in der Personalsuche. „Das wichtigste für die Schule sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, erläutert er. Dementsprechend sucht er sie sorgfältig aus. Kick-Point ist ein Franchise-Unternehmen, das 2005 von Alexander Gross gegründet wurde. In allen Schulen wird nach gleichen Lehrplänen und Qualität unterrichtet. Die Hessische Landesregierung hat die Karate-Schule übrigens als Bildungsinstitut anerkannt.

Schon Drei- bis Vierjährige können hier trainieren. Außerdem gibt es Gruppen für Fünf- bis Sechsjährige, Sieben- bis Neunjährige sowie Zehn- bis 14-Jährige. Ab dieser Altersstufe kann, wer möchte, auch Kickboxen trainieren. Die Kurse der über 14-Jährigen stehen auch Erwachsenen offen.

Das Unterrichtskonzept umfasst viel mehr als nur Sport und Selbstverteidigung. „Wem es um Karate-Wettkämpfe geht, ist hier falsch, aber wer möchte, dass seine Kinder ihre Persönlichkeit entwickeln, ist genau richtig“, erläu tert Jentzsch. Er ist vom Konzept der Schule fest überzeugt. Das Training helfe den Kindern, Selbstbewusstsein aufzubauen, Verantwortung zu übernehmen und sich besser zu konzentrieren. Der Karate-Experte hat beobachtet, dass sich durch die sportliche Betätigung auch häufig die Schulnoten verbessern. Und ganz wichtig: „Die Kinder können sich selbstbewusst gegen Mobbing behaupten“, weiß er. Die Trainingsstunden beginnen immer mit einem Schülerbekenntnis, dass die Kids unterstützen soll, an sich zu glauben. Ältere Kinder haben die Möglichkeit, sich zu Assistenten ausbilden zu lassen. Sie helfen den Trainerinnen und Trainern in den Gruppenstunden. Ihrem Selbstbewusstsein tut das auf jeden Fall gut. Jentzsch hat schon so manch schüchternes Kind regelrecht aufblühen sehen.

Der Unterricht ist ans Alter der Kinder angepasst
Im Unterricht wird nach der „Sandwich-Methode“ gearbeitet. „Loben, korrigieren, loben“ – diese positive Verstärkung komme bei den kleinen Sportlerinnen und Sportlern sehr gut an, so der Kick-Point-Chef. Die Kurse sind sorgfältig auf die körperlichen Fähigkeiten der Kinder abgestimmt. Bei den Kleinsten steht Karate noch nicht im Mittelpunkt, denn die Konzentrationsspanne ist kurz und das sprachliche Ausdrucksvermögen häufig noch begrenzt. Die Kinder lernen vor allem durch Nachahmen und Wiederholen. Jede Stunde beginnt und endet hier immer gleich mit einem Lied und einem Ritual. Bei den älteren Kindern kommen nach und nach immer mehr Karate-Elemente hinzu. Spaß haben alle Altersgruppen am Training. Das kann jeder beobachten, der während der Unterrichtszeiten einmal an den großen Fenstern der Sportschule vorbeiläuft.  

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