Seite 2 - Mainzer Neustadt-Anzeiger

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Das Duo Tausendsassa
Lexi und Rainer Rumpel leben von und mit der Kunst

(oll) Lexi und Rainer Rumpel sind keine Urmainzer, aber in der Neustadt so verwurzelt, dass es sich für sie so anfühlt, als wäre es schon immer so. Das Paar, welches gebürtig aus Bam­berg und Neu-­Isenburg stammt, lebt von und mit der Kunst. Sie umgibt sie wie uns alle die Luft zum Atmen. Rainer Rumpel ist Schlag­ zeuger, der an einer Jazzschule in Frankfurt und privat in Wiesbaden unterrichtet. Lexi spielt E­-Bass, auch sie unterrichtet an einer Fachhochschule (FH) in Frankfurt und gibt zusätz­lich privat Unterricht, derzeit ganz aktuell über Online­-Kurse. An der FH bietet sie Percussion­ Workshops und Band­Workshops an.

Die Liebe zur Musik verbindet sie
Die Musik ist für die Rumpels nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung. Das zeigt die Anzahl der Bands, in denen beide aktiv sind. Zusammen spielen Lexi und Rainer Rumpel in zwei Bands: „Salsa Verde“, eine Frankfurter Salsaband, und den „Wonderfrolleins“, die optisch wie musikalisch im Stil der 1950er und 1960er Jahre auftreten. Mit Katrin Heller, einer Flötistin aus Mainz, spielen sie als „Facile“ zusammen und machen brasilianische Musik. Außerdem ist Lexi beim „Blue Jazz Trio“. Während des ersten Shutdowns hat Lexi Rumpel begonnen, Kontrabass als weiteres Instrument zu lernen. Diesen spielt sie bei den „The Retrolettas“, einer Retro­-Swingband, ihrem jüngsten Bandprojekt. „Der Lockdown hat dafür gesorgt, dass Muße war für neue Dinge,“ sagt Lexi.

Malerei als Ausgleich
Rainer hat in einer Tinnitusklinik vor knapp 14 Jahren bei der Egotherapie die Liebe zum Malen wiederentdeckt. Für ihn ist es ein Ausgleich, auch für Lexi ist die Malerei „eine Möglichkeit zur Ruhe zu kommen im Gegensatz zum eher extrovertierten Alltag als Musikerin.“ Rainers Kunst ist vor allem abstrakte Malerei in Schwarz-­Weiß und Grau gehalten, manchmal darf es auch etwas farbiger sein. Lexi hingegen ist fasziniert von Bergen und malt momentan vor allem Alpenland­ schaften. Ihre aktuellen Arbeiten stehen unter dem Titel „Klimawandel“ und zeigen exotische Tiere in Naturlandschaften, in denen man sie eigentlich nicht finden sollte.

Projektstipendien des Landes Rheinland-Pfalz als Chance sehen
Die Pandemie geht an Künstlern und Musikern nicht spurlos vorbei, sie verlieren die Möglichkeit, mit öffentlichen Auftritten ihr Geld zu verdienen. Trotz des Unterrichts hatten Lexi und Rainer Rumpel auch damit zu kämpfen. Geholfen haben ihnen hierbei die Projekt­stipendien, welche derzeit an rheinland­-pfälzische Künstlerinnen und Künstler vergeben wer­den. „Diese Projekte zu machen – immer für drei Monate – hat mich quasi dazu gebracht, zu malen, zu spielen und mir wieder Sinn zu geben“, sagt Rainer Rumpel. Er malt derzeit Abstraktes auf alte Schlagzeugfelle oder hat Bilder gemalt und dazu passende Musikstücke komponiert und produziert.

Auch wenn sie sich von der momentanen Situation nicht unterkriegen lassen, freuen sie sich doch am meisten darauf, wieder auf die Bühne zu gehen oder ihre Malerei in Aus­stellungen auch anderen zeigen zu können. Bis es soweit ist, findet man ihre Kunst online.
Lexi Rumpel www.lexirumpel.com
Rainer Rumpel  www.rainerrumpel.de
Salsa Verde  www.salsaverde.de
The Wonderfrolleins  www.thewonderfrolleins.de
Vielfalt als Chance
Institut zur Förderung von Bildung und Integration (INBI) wird 20 Jahre alt

(rs) Annika konnte eine Ausbildung zur Bürokauffrau absolvieren, Giovanni erfüllte sich seinen Kindheitstraum, Polizist zu werden, und Mustafa bekam nach einem Auslandspraktikum in England eine Arbeitsstelle bei einem nam­haften TV-­Sender in Berlin. Wie? Mit Projekten und Begleitung von INBI e.V.!

Das Institut zur Förderung von Bildung und Integration, das seinen Sitz in der Wallaustraße hat, setzt sich seit 20 Jahren für Chancen­gleichheit und die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen in der Gesellschaft ein. Die Arbeit des Instituts reicht vom Coaching für den Hochschulabschluss über Informationen für Betriebe bis hin zur Vermittlung von Über­setzerinnen und Übersetzern für die Schulkon­ferenz. Im Team werden bereits zwölf Sprachen gesprochen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Förderung der beruflichen Bildung und der Integration sozial benachteiligter Personen.

„Wichtig ist mir, dass alle Menschen in der Gesellschaft unterstützt werden, dass Vielfalt als Chance gesehen wird“, erklärt Instituts­ leiterin Peimaneh Nemazi­Lofink. Damit meint die Diplom-­Pädagogin nicht nur Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, sondern auch unterschiedlicher sexueller Orientierungen, Geschlechter oder Altersstufen. Und dafür setzt sich INBI ein – in Zusammenarbeit mit örtli­chen Betrieben und in Gremien wie dem Beirat für Integration der Stadt Mainz. Gemeinsam mit dem Polizeipräsidium Mainz wurde das Modellprojekt „Vielfalt in der Polizei (ViP)“ im Rahmen des XENOS-­Programms durchge­führt. Nach dessen Abschluss wurden Teile der Seminarinhalte in Ausbildung und Praxis der rheinland-­pfälzischen Polizei übernommen, um weiterhin interkulturelle Vielfalt zu fördern und gegenseitige Vorurteile abzubauen. Im Rahmen dieses Projekts konnte sich Giovanni auf seine Bewerbung und den schriftlichen Einstellungs­test vorbereiten.

Wir schicken niemanden nach Hause
Sehr erfolgreich war auch das Programm „Perspektive 50plus“, mit dessen Hilfe die über 50­jährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit Migrationshintergrund eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung fanden oder zumindest ihre aktuelle Situation verbessern konnten. Finanziert wurde es aus Landes-­, Bun­des-­ und EU-­Mitteln.

INBI erhält, wie es so oft der Fall ist, keine institutionelle, sondern projektbezogene Förderung. Was bedeuten kann, dass wertvolle Erkenntnisse anschließend wieder verloren­ gehen. „In drei Jahren kann man dann wieder von vorne anfangen“, sagt Peimaneh Nemazi­ Lofink mit Bedauern.

In regelmäßiger Beratung oder Begleitung – die sich in den Zeiten von Corona vorwie­gend online abspielt – befinden sich aktuell 30 bis 40 Klientinnen und Klienten, etwa 100 melden sich bei Bedarf. Davon sind rund 60 bis 70 Prozent Menschen mit Migrations­hintergrund. Allgemein gilt für das Institut: „Wir schicken keine Person nach Hause, ohne dass wir ihr irgendwie weiterhelfen.“

Zum 20­jährigen Jubiläum war eine große Veranstaltung geplant, mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer, Integrationsministerin Anne Spiegel und Oberbürgermeister Michael Ebling sowie 250 Gästen. Pandemiebedingt gab es stattdessen nur ein kleines Treffen mit dem Team, das aus acht festangestellten und vier freiberuflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbei­tern besteht. Dass die Frauen hier in der Mehr­heit sind, ist kein Zufall.

Tel.: 06131 61729-7

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