Seite 3 - Mainzer Neustadt-Anzeiger

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Concept Store „noi“ bereichert die Neustadt
Neueröffnung in der Kurfürstenstraße 18

(mkl) Seit Mitte November 2020 gibt es nun nach etwa zwei Monaten Umbauzeit einen Nachfolger im ehemaligen Vintage Shop von Jana Blume. Das Geschäft „noi“ startete gemeinsam mit den zwei bereits erfolgreichen Unternehmerinnen Sophia Kern (Floristin mit Hauptgeschäft in der Mainzer Altstadt) und der Schweizerin Arleny Stegmaier (Designerin) mit einem ganz besonderen Konzept. „Der Name „noi“ steht dabei zum einen für das italienische „wir“. Es symbolisiert uns zwei Geschäftsführerinnen bzw. die Kooperation aus zwei bestehenden Geschäften. Außerdem bedeutet das Wort „noi“ in der Schweiz „neu“. Der Logoentwurf unseres Stores stammt übrigens von der Mainzer Grafikerin Lisa Timpe“, so Kern.

Das „noi“-Konzept
Den Umbau des Geschäfts haben Kern und Stegmaier selbst in die Hand genommen. Ein Teil der Inneneinrichtung wie die Regale aus Paletten wurde von Jana Blume übernommen. So bleibt eine kleine Erinnerung an den bunten Vintage Shop. Eine fest angestellte Mitarbeiterin ist das „Gesicht“ des Ladens und wird die Kunden fünf Tage die Woche herzlich willkommen heißen.

Die Designerin Arleny Stegmaier ist Haupteigentümerin des Geschäfts. Mit ihrem Label „frankie & lou“, bietet sie „organic wear“ für Frauen und Kinder an und betreibt außerdem den Onlineshop frankieandlou.de. Im neuen Geschäftbefinden sich auch das Lager und Büro von frankie & lou, sodass man auch des Öfteren die Designerin im Laden antreffen kann.

Sophia Kern beliefert das „noi“ mit ihren Waren (Pflanzen, Trockenblumenringe, Übertöpfe, Karten etc.). „Außerdem wird es noch viele andere schöne Dinge bei uns zu kaufen geben“, freut sich Stegmaier. In Planung ist, auch weitere Mainzer Produkte und Marken zukünftig in dem Store anzubieten.

Beiden Unternehmerinnen ist der Umweltaspekt sehr wichtig. Sophia Kern achtet bevorzugt darauf Fair-Trade-Blüten und Pflanzen zu kaufen. Beim Verpacken wird auf Folie verzichtet und Transparent-Papier verwendet. Das Label frankie & lou von Arleny Stegmaier steht für nachhaltige und faire Kinder- und Frauenmode. In den Kollektionen werden ausschließlich hochwertige Materialien und Stoffe, nachhaltig und schadstoffgeprüft, in zertifizierter Bio-Qualität verwendet. Alle Artikel werden in zu 100 Prozent recycelten und biologisch abbaubaren Beuteln verpackt. Kartons bestehen ebenso aus recycelten Materialien.

Aktionen des Concept Stores
Von Zeit zu Zeit werden verschiedenen Aktionen bzw. Veranstaltungen im „noi“ stattfinden wie beispielsweise ein Late-Night-Shopping. Geplant ist mindestens eine Aktion im Monat. Als erste Aktion hat sich das „noi“ an der Non-Profit-Aktion „Neustadt-Coronopoly“ beteiligt, die durch die Corona-Krise ins Leben gerufen wurde. Kunden unterstützen mit dieser Aktion hauptsächlich die Gastroszene unserer schönen Neustadt.

noi Concept Store
Kurfürstenstraße 18, 55118 Mainz
Öffnungszeiten: Di.-Fr. 11 bis 18 Uhr,
Sa. 11 bis 16 Uhr, Mo. geschlossen
Instagram: noi.conceptstore
    
Mehr als nur Mini-PCs im Holzgehäuse
IT-Unternehmen in der Neustadt

(rei) Ein „Buddy“ ist auf Deutsch ein Kumpel. Für die Firma Datamate am 117er Ehrenhof ist „Buddy“ der Name ihres PCs im Holzgehäuse. Schick, klein und leise passt er auf jeden Schreibtisch. Das Nussholz für das Gehäuse stamme aus europäischen Wäldern, welche nachhaltig bewirtschaftet werden, verspricht der Hersteller. Der „Buddy“ wird individuell auf Bestellung gefertigt, direkt in der Mainzer Neustadt. Da stellte ich mir ein größeres Firmengelände vor und war bei meinem Besuch überrascht.

Unternehmen passt in eine Wohnung
Am Haus gibt es kein großes Firmenlogo, sondern nur ein normales Klingelschild und einen Briefkasten. Mir öffnet der Co-Geschäftsführer Christoph Dyllick-Brenzinger und führt mich durch die mittelgroße 3-Zimmer-Wohnung. In einem Raum sitzen eine Handvoll junge Leute an PCs mit großen Monitoren und wirken sehr beschäftigt. In einem weiteren Raum ist das Büro untergebracht. Dort führen Christoph Dyllick-Brenzinger mit dem anderen Geschäftsführer , seinem Bruder Ralf Dyllick-Brenzinger, die Unternehmensgeschäfte. Dann gibt es noch die Werkstatt, in der die „Buddy“-PCs gebaut werden. In der Teeküche steht selbstgebackener Kuchen, denn Christoph Dyllick-Brenzinger hat heute Geburtstag. Er nimmt sich trotzdem Zeit für mich.



Etwas Greifbares
Die PCs im Holzgehäuse sind eine emotionale Verknüpfung, ein Produkt zum Anfassen. Denn eigentlich verdient die Firma ihr Geld eher virtuell, mit einer Verwaltungssoftware, mit der große Firmen ihren Mitarbeitern Speicherplatz im Internet zur Verfügung stellen. Die Software mit Namen Seafile kommt ursprünglich aus China. Datamate konnte sich 2017 Vertrieb und Support exklusiv für ganz Europa sichern und ist damit sehr erfolgreich. Zu den Kunden zählen mehrere große Forschungseinrichtungen, unter anderem auch die Mainzer Universität, die Seafile für alle Hochschulen im Land betreibt.

Angefangen hatte alles 2014 mit der Idee, PC-Nutzern bei ihren Problemen zu helfen. So gründeten die beiden Brüder das Hilfsnetzwerk „ionas“, eine Abkürzung für „Ihr Online Assistent“. „Leider war die Hotline für Computerbenutzer nicht so erfolgreich, wie erhofft“, sagt Christoph Dyllick-Brenzinger, „aber wir haben wertvolle Erfahrungen gesammelt.“ Er und sein Bruder ließen sich nicht entmutigen und gründeten anschließend Datamate, eine Firma, die kleineren und mittleren Unternehmen einen leicht zu bedienenden virtuellen Server im Internet zur Verfügung stellt, ohne dass sie dafür eine eigene IT-Abteilung brauchen. Heute hat Datamate ein ganzes Portfolio an Software im Angebot – für Fachleute: Open Source auf Linux-Basis. Von Online-Tabellenanwendungen über Internet-Shops bis hin zu Telefonanlagen im Internet. Datamate macht keine große Werbung, ist eher das, was man einen „hidden champion“ nennt, ein erfolgreiches Unternehmen, das der breiten Masse unbekannt ist.

Arbeitsteilung der Brüder
Christoph Dyllick-Brenzinger studierte zunächst Informatik und später mit Diplom Volkswirtschaftslehre in Mannheim und Heidelberg. 2014 ist er mit seiner Frau nach Mainz gezogen, weil die Stadt für ihn verkehrsgünstig liegt. Für ihn war klar, auch das Büro muss gut erreichbar sein und eine gute Infrastruktur ringsherum haben. „Die Mainzer Neustadt ist dafür ideal“, sagt er. Schließlich wohnen die meisten Mitarbeiter nicht in Mainz, sondern kommen mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit. Christoph ist der Chef-Programmierer, schreibt die Software und passt sie an die Kundenbedürfnisse an. Er und sein Bruder Ralf haben viele Jahre als Unter nehmensberater bei namhaften Consulting-Firmen gearbeitet, Ralf ist heute fürs Marketing bei Datamate zuständig.

Zukunftsmusik
„Die Software Seafile ist das große Ding für uns“, sagt Christoph Dyllick-Brenzinger, der Kundenstamm wächst und damit auch die Zahl der Mitarbeiter bei Datamate. Heute sind es drei Festangestellte und fünf Werksstudenten plus die beiden Geschäftsführer. Wenn es mehr werden, wird die Wohnung als Büro langsam zu klein. Eins ist für ihn aber klar, „wir würden gerne weiter in der Neustadt bleiben, wir fühlen uns hier superwohl.“



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