Seite 4 - Mainzer Neustadt-Anzeiger

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NeustART
Kunst im Stadtteilbüro mit Lexi und Rainer Rumpel

(as) Es wird bunt im Stadtteilbüro der Sozialen Stadt in der Sömmerringstraße 35. Von Januar bis März 2024 stellen Lexi und Rainer Rumpel ihre Werke dort im Rahmen des NeustART-Projekts aus.

Die Rumpels leben von und für die Musik – Lexi Rumpel ist auf der Bühne vor allem als Bassistin, Rainer Rumpel am Schlagzeug zu finden. Mit ihrer gemeinsamen Band, den „Wonderfrolleins“, sind sie in Mainz und Umgebung unterwegs. Darüber hinaus spielen beide in weiteren Bands, geben Musik-Unterricht, leiten Seminare, Workshops und arbeiten mit Jugendlichen. Die Malerei ist hierzu ein „gesunder Ausgleich“, so die Künstlerin.

Rainer Rumpel entdeckte seine Leidenschaft für die Malerei vor fünfzehn Jahren während einer Ergotherapie. Es begeisterte ihn, beim Malen alles um sich herum vergessen und ganz in sein Kunstwerk eintauchen zu können. Seither hat er schon einige Ausstellungen gemacht und ist im Wiesbadener Künstlerverein Walkmühle e.V. aktiv. Seine Werke zeigen mal farbenfrohe, mal in Graustufen gehaltene abstrakte Acrylmalerei.

Lexi Rumpel hat ihre Leidenschaft zur Malerei in einem Kunstkurs eines Mainzer Künstlers entdeckt. Ihre Ölmalereien zeigen Naturmotive, in denen sie teilweise auch gesellschaftliche Themen in Szene setzt – so sieht man beispielsweise auf einem Bild zum Thema Klimawandel ein Nilpferd, das sich beim Baden in einem Alpensee vergnügt.

Beide freuen sich auf die Ausstellung im Stadtteilbüro. Es geht ihnen dabei vor allem um „Teilhabe und Vernetzung“ in der Mainzer Neustadt, in der sie schon lange zu Hause sind.

Die ausgestellten Werke der Künstler:innen können von Januar bis März nach Absprache mit dem Quartiermanagement im Stadtteilbüro besichtigt werden. Die beiden Kreativen und das Quartiermanagement laden dazu herzlich ein. Eine Finissage zur Ausstellung ist für den 14. März 2024 ab 18 Uhr geplant. Und wie es bei den Rumpels üblich ist, darf auch an diesem Abend die Musik nicht fehlen: Mit ihrem Jazz-Trio wollen sie die Veranstaltung musikalisch begleiten.

Haben auch Sie Interesse, Ihre Kunst im Rahmen von NeustART auszustellen? Dann bewerben Sie sich gerne beim Quartiermanagement.

Aktuelle Informationen zum Projekt finden Sie auf www.soziale-stadt-mainz.de.
Gute Noten für die Neustadt
Rheinhessisches Salonorchester probt in St. Joseph



(ki) Eine Frage zur richtigen Zeit am richtigen Ort: Großes Glück hatte die Musikerin, die sich im Sommer 2023 in der Pfarrei St. Joseph erkundigte, ob sie dort einen Proberaum für ihr Hobbyorchester bekommen könne. Bei Bruder Andreas, Verwalter der Gemeinde, stieß sie sofort auf offene Ohren. Das Mitglied des Mainzer Karmeliter-Ordens erkannte die Win-Win-Situation: Das Gemeindezentrum hatte freie Kapazitäten und das Orchester signalisierte, sich außerdem auch in der Neustadt und der Gemeinde engagieren zu wollen. Sabina Mittmann, seit vier Jahren Cellistin im Rheinhessischen Salonorchester und Schriftführerin des dahinter stehenden Vereins, schwärmt im Interview von der Zusammenarbeit: „Wir wurden vom gesamten Gemeinderat sehr warm aufgenommen“.

Von Brahms über Gershwin bis Sting
Das Rheinhessische Salonorchester wurde 1971 in Oppenheim gegründet. Nach wechselnden Stationen in der namensgebenden Region haben die rund 18 Musiker:innen nun also ihr Heim in St. Joseph gefunden.

Die Besetzung des Orchesters umfasst neben der ganzen Bandbreite an Streichinstrumenten auch Bläser wie Flöte, Klarinette, Trompete, auch schon mal ein Fagott oder Horn, bis hin zu Klavier und Schlagzeug. Und ebenso eine breite Altersspanne von 20 bis 70 Jahren. Ein junger Ukrainer ist der wortwörtlich jüngste Zugang. Von Zeit zu Zeit sind auch Gastmusiker:innen dabei und viele Mitglieder spielen auch noch in anderen Konstellationen.

Mittmann, die in ihrem nicht-musikalischen Leben Psychotherapeutin ist, ist sich sicher: „Das Interesse, das viele verbindet, ist, auch mal etwas anderes als Klassik zu spielen. So umfasst das Repertoire auch Operette und Musical, Filmmusik, Tanzmusik aus verschiedenen Zeitaltern sowie Popmusik der Beatles, von Sting oder Billy Joel.“

Der Vereinsvorsitzende Dieter Lambrecht hingegen ist Klassikfan. Für den Physiker, der Viola (Bratsche) spielt, ist Musik vor allem Ausgleich zum Arbeitsleben.

Ein ausgezeichneter Dirigent
„Spätestens bei Gershwin lernt man zu zählen. Da ist Rhythmik enorm wichtig, und unser Dirigent hat Ohren wie ein Luchs“, betont Orchesterkollegin und Cellistin Birgit Wedekind-Sunnus. „Außerdem bringt er viel Ruhe und Geduld mit. Das ist gut, denn in so einem Orchester treffen auch viele ganz individuelle Befindlichkeiten aufeinander“, ergänzt sie lächelnd.

Sie spricht von Kushtrim Gashi, der seit 2011 in Darmstadt lebt und arbeitet. Der 39-Jährige stammt aus dem Kosovo und studierte Komposition, Orchester- und Chorleitung in Pristina, Skopje und Darmstadt. Sowohl als Komponist als auch als Orchesterleiter erhielt er schon internationale Auszeichnungen.Meist arbeitet er mit Profimusiker:innen zusammen. Doch auch in das rheinhessische Hobbyorchester, das er seit vier Jahren leitet, legt er seine volle Energie: „Für mich macht es in der Vorbereitung keinen Unterschied, ob ich mit einer Profi- oder Hobbygruppe arbeite“, macht er deutlich. Klar ist, dass das Hobby Spaß machen soll. Aller dings wünscht er sich auch professionelles Denken. „Darin liegt oft die Herausforderung - die schwierige Balance zwischen Spaß und Professionalität zu wahren“, erläutert Gashi.

Neue Räume ‒ neue Ziele
Nach dem Umzug in die neuen Räume möchte sich das Orchester weiterentwickeln und sucht dafür auch neue Mitspieler:innen. Besonders Streichinstrumente sind gefragt. Grundsätzlich sind aber alle Interessierten zu den dienstäglichen Proben im Gemeindezentrum willkommen.

Jedes Jahr setzt sich das Salonorchester ein musikalisches Motto, gerne auch einmal ein ausgefallenes wie zum Beispiel „Potz-Blitz ‒ Musikalisches rund ums Wetter“.

2023 waren es „Tänze durch die Jahrhunderte“ von Mozart über Gershwin bis Udo Jürgens. 2024 möchte Kushtrim Gashi wieder mehr Richtung Klassik gehen, „vielleicht so etwas wie Evergreens und Klassik“, überlegt er.

Neue Ideen kommen auch von den Mitgliedern, die einen musikalischen Beirat bilden. Am Ende aber entscheidet der Dirigent, welches Repertoire passt und dem Anspruch des Orchesters entspricht. „Das Programm muss auch als Herausforderung interessant sein“, erläutert Gashi, der die Stücke nach Bedarf passend für die Besetzung arrangiert.

Das Salonorchester tritt im Schnitt fünfmal im Jahr auf, meist in Seniorenheimen in der Region. Für Wedekind-Sunnus sind „das immer besonders schöne Erlebnisse, weil das Publikum so dankbar und begeistert dabei ist“.

Als Dank für die große Gastfreundschaft von St. Joseph gab das Orchester im Dezember 2023 dort ein Adventskonzert. Das war auch der Anlass für eine erste lokale Kooperation: Die Vorschulkinder aus dem Kindergarten St. Joseph führten zusammen mit dem Orchester Weihnachtslieder auf. 2024 sind auch Auftritte in Seniorenheimen in der Neustadt geplant. Und weitere Kooperationen z. B. mit umliegenden Schulen fassen die Musiker:innen ebenfalls ins Auge.

Sicher gibt es in der Neustadt noch mehr Menschen, die ein Instrument spielen und sich gerne einem Orchester anschließen möchten. Nur zu: Interessierte sind herzlich eingeladen, zu den Proben dienstags abends ab 19.15 Uhr vorbeizukommen.


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