Seite 4 - Mainzer Neustadt-Anzeiger

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Gemeinsam gegen die Vermüllung des Rheins
Das RhineCleanUp findet auch 2021 wieder statt

(sk) Für den 11. September 2021 ruft die RhineCleanUp-Initiative wieder zum Müllsammeln am Rheinufer auf. Um die Vermüllung des Rheins und der Nordsee zu bekämpfen, treffen sich seit 2018 jährlich freiwillige Helfer, um länderübergreifend den Uferbereich des Rheins von der Quelle bis zur Mündung zu säubern. Finanziell unterstützt wird der Aktionstag von der Deutschen Postcode Lotterie.

Im September 2020 machten auch in der Mainzer Neustadt etwa 100 Freiwillige bei der Reinigungsaktion mit. Von den Organisatoren mit Schutzhandschuhen, Müllgreifern und Mülltüten ausgestattet, zogen sie in beide Richtungen los, um zwischen der nördlichen Eisenbahnbrücke und der Theodor-Heuss-Brücke das Rheinufer von Unrat zu befreien.

Schnell füllten sich die Mülltüten mit jeder Menge Papier- und Plastikmüll. Und neben Zigarettenkippen, Kronkorken oder Glasflaschen fanden die fleißigen Helferinnen und Helfer außerdem zahlreiche Einmalmasken. Diese sind inzwischen zu einem großen Problem geworden, weil sich Tiere leicht in den Schlaufen verheddern und nicht mehr davon befreien können.

Der RhineCleanUp-Initiative ist bewusst, dass durch einen einzigen Tag Müllsammeln das Vermüllungsproblem von Flüssen und Meeren nicht gelöst wird, aber es soll das Bewusstsein für eine sauberere Umwelt schärfen. Auf der Homepage von rhinecleanup.org heißt es: „Wer einmal von dieser Aktion gehört oder vielleicht sogar mitgemacht hat, der wird beim nächsten Grillfest am Rhein sicher darauf achten, dass alles, was mitgebracht worden ist, auch wieder eingepackt und mitgenommen wird.“

In diesem Jahr möchten sich auch zahlreiche Gruppen an den Nebenflüssen des Rheines an dieser Aktion beteiligen.



Durstigen Bäumen im Sommer helfen
Ein Appell an die Neustädterinnen und Neustädter

(ab) Vor einigen Wochen traf ich zum ersten Mal auf eine „Blumenfee“ in der Neckarstraße, die sich gerade um ein Baumscheibenbeet kümmerte. Ich fragte sie spontan, ob ich mit ihr ein Interview über ihre Baumpatenschaft führen dürfe. „Ich möchte meine ehrenamtliche Tätigkeit nicht in den Mittelpunkt stellen“, erwiderte sie, „wohl aber die Bewohnerinnen und Bewohner der Neustadt gern dazu aufrufen, in diesem wohl wieder trocken-heißen Sommer die Bäume vor ihrer Haustür zu gießen. Denn ohne zusätzliche Bewässerung gehen viele Bäume ein.“ Und so kamen wir ins Gespräch…

Einsatz für mehr Natur in ihrer Straße
Seit fünf Jahren wohnt Marie-Luise Balz in der Neustadt. Als sie von Baumpatenschaften in ihrem neuen Viertel erfuhr und mehr und mehr Blumenbeete um Bäume herum entstehen sah, entschloss sie sich, auch ihre Straße aufblühen zu lassen. Nach der Genehmigung durch das städtische Grünamt hat sie im Mai 2020 als Erste in der Neckarstraße/Ecke Sömmerringstraße die Patenschaft für solch eine „Baumscheibe“ vor ihrer Haustür übernommen.
Zunächst fuhr sie spontan mit Kindern und Enkelkindern raus in den Wald, um Holz zu sammeln. Die Baumscheibe sollte Holzbündel als Einfriedung erhalten: zur Kenntlichmachung und zum Schutz eines Beetes, das von Anwohnenden gepflegt wird. Sie pflanzte, mit Blick auf Schmetterlinge und Insekten, Akelei und Storchschnabel, Glockenblume, Schafgarbe, Wilde Möhre und Rose. Noch im gleichen Jahr erlebte sie, was anhaltende Dürre und Trockenheit anrichteten.

Gebt den Bäumen Wasser!
„Die lang anhaltende Hitze der vergangenen Sommer setzt den Bäumen zu. Insbesondere junge Bäume“, erläutert Marieluise Balz, „wie sie das Grünamt hier vor drei Jahren gepflanzt hat, kommen nicht an das Grundwasser. Bei heißen Temperaturen gebe ich dem Baum alle zwei Tage 45 Liter Wasser, morgens früh, wenn es eher kühl ist und noch nicht so viel los.“ So manches Mal, wenn sie ihr Baumscheibenbeet pflegt, bleiben Menschen stehen und sprechen sie an. „So kommt man ins Gespräch. Und dabei kann ich dann auch persönlich dafür werben, dass diese Leute sich ums Gießen eines Baumes in ihrer Straße kümmern.“ Ein zweites Baumscheibenbeet ist übrigens unterdessen vor dem Haus in der Neckarstraße 5 entstanden.



Bücher auf Rädern
Ein Angebot für ältere Menschen in der Neustadt

(sl) Lesen hilft gegen die Einsamkeit, macht Spaß, bringt Abwechslung in den stiller gewordenen Alltag – besonders zu Corona-Zeiten – und es ist ein preiswertes Vergnügen. Das brachte Gemeindeschwester-Plus Petra Studt auf folgende Idee: Man nehme: ein paar ehrenamtliche Helfer, ein Lastenfahrrad (E-Bike, finanziert vom Land Rheinland-Pfalz) und die Unterstützung der Öffentlichen Bücherei Anna Seghers. Mit diesen drei Zutaten hat Petra Studt ihre „Bücher auf Rädern“ erfunden. Der Liefer- und Besuchsservice richtet sich zunächst an mobilitätseingeschränkte ältere Menschen in der Mainzer Neustadt.

Und so funktioniert die „Mobile Bücherei“
Die Ehrenamtlichen nehmen bei den Hausbesuchen und beim Bürodienst von den leselustigen Senioren telefonisch, per Mail oder bei persönlichen Kontakten Bücherbestellungen entgegen, die sie dann an die Bücherei Anna Seghers weitergeben (s. Infokasten). Dort werden die Bücher ausgeliehen und per Lastenfahrrad den lesehungrigen Senioren ins Haus gebracht. Zur Auswahl stehen über 180.000 Bücher, Zeitschriften, Hörbücher, Filme und Musik auf CD und DVD. Nach der Leihfrist von vier Wochen wird alles wieder abgeholt und zurück zur Bücherei gebracht. Bei der ersten Ausleihe wird die Jahresleihgebühr von 12 Euro pro Person fällig, andere Kosten entstehen den Kunden und der Bücherei nicht.

Weitere Dienste geplant
Gemeindeschwester-Plus Petra Studt sorgt für die Koordinierung der ehrenamtlichen Mitarbeiter, die entweder im Büro Dienst machen oder draußen mit dem Bücherfahrrad auf Tour sind. Aber es gibt auch noch weitere Pläne: Ein Besuchsservice, um sich über die gelesenen Bücher auszutauschen, sowie ein Vorleseservice sind in Vorbereitung.

Frau Studt, über die der Neustadt-Anzeiger schon in seiner Dezember-Ausgabe 2020 berichtete, hat bei ihrer Arbeit schon über 60 Senioren kennengelernt und jeder könnte auch für die rollende Bücherei ein potentieller Kunde sein. Petra Studt ist sich also ziemlich sicher, dass ihre Idee gut ankommen wird. Dabei wird ihr die Mundpropaganda helfen und vielleicht auch dieser Artikel.




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