Seite 5 - Mainzer Neustadt-Anzeiger

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Neueröffnung – The American Store by Silvia
Pop-Tarts, Froot Loops und andere US-amerikanische Produkte in der Neustadt

(jm) Viele Mainzerinnen und Mainzer verbinden mit amerikanischen Produkten Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend, als in der Region noch mehr Soldaten und ihre Angehörigen stationiert waren. Der Geschmack der ersten „Soda“ oder des ersten „Peanut Butter Cups“ ist kaum zu vergessen. Lange war es in Mainz jedoch schwierig, diese und viele weitere Produkte gezielt zu kaufen und zu genießen. Seit der Eröffnung von „The American Store“ am 02. August in der Rheinallee 107 macht Inhaberin Silvia Lindenzweig das nun endlich möglich. Schon von weitem sind die „Stars and Stripes“ gut zu erkennen und auch der typisch amerikanische Briefkasten vor der Tür zeigt unzweifelhaft, worauf sich Kundinnen und Kunden seit neuestem freuen können.

Ein Kindheitstraum wird wahr
Schon seit Kindheitstagen träumte Silvia von ihrem eigenen Laden. Diesen Wunsch hat sie sich nun endlich erfüllt. Zusammen mit ihrem Ehemann, der selbst Amerikaner ist und aus Florida stammt, leitet sie nun den kleinen Laden in der Neustadt. „Die Planung für den Laden begann schon vor über einem Jahr, doch zunächst war besonders die Suche nach einer passenden Location nicht ganz einfach“, erinnert sich die Inhaberin. Die lange Suche hat sich aber gelohnt, denn der Zuspruch der Kunden ist riesig. Während des Interviews muss Silvia immer wieder unterbrechen, weil der Andrang der Kunden einfach so groß ist, dass sie ihrem Mann an der Kasse helfen muss. Auch wenn das Sortiment bereits beachtlich ist, arbeiten sie und ihr Mann schon daran, weitere Produkte mit in den Bestand aufzunehmen: „Wünsche und Vorschläge unserer Kunden sind selbstverständlich gerne gesehen!“ Geliefert werden die Produkte direkt aus den USA. Zwar können diese durch Import und Zölle nicht zum gleichen Preis angeboten werden wie beispielsweise deutsche Süßwaren, doch im Vergleich zu amerikanischen Läden in anderen Städten ist alles trotzdem erstaunlich günstig. Außerdem bietet „The American Store“ den Kunden eine Produkt- und Geschmacksvielfalt, die in deutschen Läden selten zu finden ist. Außerdem gibt es zusätzlich zu Süßigkeiten und anderen Lebensmitteln auch Drogerieartikel wie Waschmittel, Babyöl oder Weichspüler. Auch die bekannten „Tide Pods“ (Amerikas meistverkaufte Waschmittel-Kapsel) sollen bald ins Sortiment kommen.

Angebote und Aktionen
Die Regale von „The American Store” müssen aufgrund des Andrangs schon jetzt ständig aufgefüllt werden. Silvia hat für die Zukunft aber bereits weitere Pläne, um ihren Kunden den Einkauf noch einfacher und attraktiver zu machen. An Wochenenden soll es gelegentlich die Aktion „Würfel deine Prozente“ geben. Passend zur Football Saison, die im September beginnt, sollen weitere Aktionen hinzukommen. Ein Webshop auf ihrer Webseite, über den man die Produkte auch bequem von zu Hause bestellen und liefern lassen kann, ist auch bereits in Planung. Und was sind die persönlichen  Lieblingsprodukte  der  Inhaberin? Besonders empfehlen kann sie das Root Beer, diverse Cupcakes und natürlich Hersheys Schokolade.

The American Store
Inhaberin: Silvia Lindenzweig
Rheinallee 107, 55118 Mainz
Öffnungszeiten: Mo. bis Sa. von 10 bis 18 Uhr

Der Name zur Straße
Unterirdisches Rauschen, kultige Küche und ein berüchtigtes Haus

(kk) Die Obere Austraße liegt in der nördlichen Neustadt. Auf Höhe der Firma Schott geht sie von der Rheinallee ab in Richtung Rhein und in einer Linkskurve in die Straße An der Kaiserbrücke über, die wiederum zurück zur Rheinallee führt. So ist das aber erst seit Mai 2009. Damals beschloss der Stadtrat, die durch Industrie und Gewerbe geprägte Obere Austraße durch eine Spange mit der Straße An der Kaiserbrücke zu verbinden.

Was der Name bedeutet
Bis zum Jahr 1905 hieß die Obere Austraße Am Querdamm. Das Adjektiv „Obere“ bezieht sich vermutlich auf ihre Lage oberhalb des Gonsbachs. Dieser fließt parallel zur Straße, heute unsichtbar unter der Erde bis er neben dem Kultimbiss „Zum Schorsch“ in den Rhein mündet. „Au“ kommt vom mittelhochdeutschen „ouwe“, das unter anderem für „fließendes Gewässer“ steht.

Wie die Straße berühmt wurde
2012 erlangte die Obere Austraße in Mainz eine gewisse Berühmtheit dadurch, dass das Haus mit der Nummer 7 im Sommer drei Wochen lang besetzt war. Die Besetzerinnen und Besetzer wollten auf den Mangel an Wohnungen und kulturellen Freiräumen aufmerksam machen – zwei Themen, die nicht an Aktualität verloren haben. Doch am 28. August machten Polizei und ein Spezialeinsatzkommando dem Ganzen ein Ende und räumten das Gebäude, das damals den Stadtwerken gehörte, danach wurde es abgerissen.

Aus dieser rund 160.000 Euro teuren, aber friedlich verlaufenen Aktion wurden laut Innen ministerium 59 Personen Einsatzkosten von insgesamt ca. 34.000 Euro anteilig in Rechnung gestellt. Noch fünf Jahre später gab es einen Prozess am Verwaltungsgericht zweier Beteiligter, die ihre Kostenübernahme ablehnten.

Heute ist in der Oberen Austraße 7 eine Brache in Nachbarschaft des Netzbetreibers Mainzer Netze.


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